Feuerwehr spricht Landwirten Dank aus / Gaffer werden selbst zur Gefahr

Hilfe und Blockade bei Rade

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Neben den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren waren auch Landwirte direkt an den Brandherden. Sie schlugen Schneisen in die Felder, um das Flammenmeer einzudämmen. Andere Zivilisten verhielten sich alles andere als hilfreich.

Wittingen. Zwischen Rade und Wittingen liegt jede Menge verbrannte Erde. Der Stoppelfeldbrand, der Sonntagnachmittag ausbrach und erst am Abend gelöscht werden konnte (das IK berichtete), hat deutliche Spuren hinterlassen – auch bei den Einsatzkräften.

Der anfangs nur leicht schwelende Stoppelfeldbrand bei Rade hatte sich am Sonntag durch die lange Trockenheit und ungünstige Winde rasant in Richtung Wittingen ausgebreitet. Wie bereits berichtet, wurde Stadtalarm ausgelöst.

Neben den 15 Ortswehren kamen noch Kräfte aus Hankensbüttel, Emmen und Diesdorf dazu. Mit den Rettungsmannschaften waren so rund 200 Personen vor Ort, dazu um die 25 Feuerwehrfahrzeuge. Was nach einer Menge klingt, verliert sich auf einer Einsatzfläche von 20 Hektar aber.

Umso besser, dass noch sechs Landwirte aus dem Stadtgebiet halfen. Mit Traktoren und Radladern fuhren sie auf das brennende Feld und haben „alles Wichtige schwarz gemacht“, wie Einsatzleiter Heinrich Nagel es im IK-Gespräch ausdrückte, also Schneisen ins Feld geschlagen, um ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern. „Ich möchte den Landwirten meinen herzlichen Dank aussprechen“, so Nagel weiter. „Sie haben uns tatkräftig unterstützt. Ohne diese Hilfe hätte der Einsatz wohl deutlich länger gedauert.“

Dabei war die Einsatzzeit schon lang genug: Vom Alarm um genau 15.14 Uhr bis zum Einsatzende um 19.45 Uhr waren die Einsatzkräfte voll beschäftigt, nicht ohne Folgen: 23 Personen wurden untersucht, acht davon vorsorglich in die Wittinger Helios-Klinik gebracht, da Verdacht auf eine Rauchvergiftung bestand. Der Großteil wurde bereits am Sonntagabend wieder entlassen. Ein Mann wurde mit dem Hubschrauber nach Hannover ausgeflogen: Er hatte eine akute Rauchvergiftung.

Während die Einsatzkräfte koordiniert und dank ihres Trainings routiniert mit der Gefahrensituation umgegangen sind, haben sich die in Scharen kommenden Zuschauer nicht wünschenswert verhalten. „Wir haben die Hauptstraße gesperrt, aber über den Feldweg kamen immer wieder Pkw herangefahren“, berichtet Kruse. Gemeint ist der Weg, der gleich hinter Wittingen rechts vom Erpensener Weg abknickt. Die Fahrzeuge der sturen Fahrer behinderten sich gegenseitig, aber auch die Einsatzfahrzeuge, die zu einer Wasserentnahmestelle an eben jenem Weg mussten. „Wenn Gaffer meine Kameraden behindern oder gefährden, hört der Spaß auf“, ärgert sich Kruse. „Darum musste dann auch dieser Weg gesperrt werden.“

Die Leute, die mit dem Rad oder zu Fuß kamen, waren zwar nicht im Weg, gefährdeten sich aber selbst: Hätte der Wind gedreht, hätten auch sie direkt im Rauch stehen können. Eine direkte Gefahr für andere waren hingegen die Pkw-Fahrer. Diese sind auf dem schmalen Feldweg immer wieder auf den Grünstreifen ausgewichen. „Wenn sie länger im hohen Gras stehen, könnte etwa durch die Hitze des Kat ein weiterer Brandherd entstehen“, mahnt Kruse. „Darüber sollten die vielleicht einmal nachdenken.“

Von Dennis Tesch

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