Wittingen: Forderung nach nachhaltigem Schulkonzept für den Nordkreis

CDU heute mit eigenem Antrag

Wittingen. Das verspricht heute ein hochspannender Schulausschuss in Wittingen zu werden. Für die Sitzung, die um 18. 30 Uhr in der Grundschul-Mensa beginnt, hat nun auch die CDU einen Antrag vorgelegt, in dem es um die Erweiterung des schulischen Angebotes in der Stadt gehen soll.

In dem Papier fordern die Christdemokraten „eine umfassende Schulentwicklungsplanung unter Beteiligung der Gebietseinheiten“. Die Stadt solle dieses Anliegen beim Landkreis einfordern. Zudem will die CDU mit ihrem Antrag erreichen, dass ein gymnasialer Zweig für die Wittinger Oberschule erneut auf die Agenda kommt – und zum 1. August 2013 eingerichtet wird.

CDU-Politiker Jens Schröder, der dem Wittinger Schulausschuss vorsteht und auch im Kreistag sitzt, umreißt das Ziel seiner Fraktion so: „Wir müssen in Richtung Landkreis deutlich machen, dass die Planungsgruppe sich nicht nur mit Gesamtschulen beschäftigen sollte, sondern mit einer nachhaltigen Neuordnung der Schullandschaft im Nordkreis.“

In dieser Landschaft habe das Gymnasium Hankensbüttel für die Wittinger CDU einen festen Platz: „Diese Schule muss erhalten bleiben.“ Daneben gehe es um eine ergebnisoffene Planung, an deren Ende auch eine IGS im Nordkreis – an welchem Standort auch immer – stehen könne. Schröder: „Der durch die Befragung zu dokumentierende Elternwille soll Berücksichtigung finden.“

Sprechen müsse man in dem neuen Konzept über eine eventuelle Neustrukturierung von Schuleinzugsbereichen. Die seien so zu gestalten, dass die dann vorhandenen Schulen auch nachhaltig existenzfähig seien.

Der CDU-Antrag, der auf den 23. September datiert ist, kommt damit kurz vor einer Schulausschuss-Sitzung, in der eine Gesamtschule oder ein gymnasialer Zweig bisher nicht auf der Tagesordnung stehen. Nach der intensiven IGS-Diskussion der letzten Wochen hatte die Gruppe aus SPD, FWG und Grünen angekündigt, heute per Antrag das Thema Gesamtschule auf die Agenda heben zu wollen (das IK berichtete), wofür eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig wäre. Schröder sagt nun, bei der CDU könne man sich vorstellen, darüber zu reden – dann aber gleich in einem weiteren Kontext.

In die Wittinger Gesamtschul-Diskussion hat sich derweil auch der Landtags- und Kreistagsabgeordnete der SPD, Klaus Schneck, eingeschaltet: „Wir wollen, dass alle Kinder individuell gefördert werden und sich die Schulform wohnortnah aussuchen können. Aber dies ist im Landkreis Gifhorn nicht der Fall – jedes Jahr muss ausgelost werden, wer zur IGS nach Sassenburg darf, weil Schwarz-Gelb auf Landes- und Kreisebene mit allen Mitteln versucht, die Erfüllung dieses Elternwunsches zu verhindern.“

Schneck kritisiert dabei auch den Wittinger FDP-Kreispolitiker Friedrich Lührs. Dessen Forderung nach einem runden Tisch für den Nordkreis nennt Schneck „scheinheilig“, denn die FDP gehöre „zu den Mehrheiten im Kreistag“, die in den letzten Jahren „jeden ernsthaften Dialog über die Schullandschaft in unserer Region aus ideologischen Gründen niedergedrückt haben“.

Von Holger Boden

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