CDU-Ortsratsmitglied bringt Neubau ins Spiel / Sanierung ab Juni?

Herbe Kritik an Stadthalle

Wittingen. Die letzten echten Neuigkeiten zur Sanierung der Wittinger Stadthalle gab es im Dezember, als die Stadt 400 000 Euro als „Hausnummer“ in den Etat für dieses Jahr einstellte. Nun könnte sich bald herausstellen, wie weit dieses Geld reicht: Am 23.

April hat der Bauausschuss das Thema auf der Agenda.

Es wird damit gerechnet, dass dann die beiden beauftragten Planungsbüros ihre Konzeptionen für die Sanierung des baulichen Bereiches und der Gebäudetechnik vorstellen. Die Ausschuss-Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Rathaus.

„Ein Neubau ist inzwischen vom Tisch“, berichtete Stadtbürgermeister Karl Ridder jetzt dem Ortsrat. Gleiches gelte für eine komplette energetische Sanierung – hiervon hat man offenbar aus Kostengründen gedanklich bereits Abschied genommen.

Überholungsbedürftig, vor allem auch im Inneren: die Wittinger Stadthalle. Fotos: Boden

Die Sanierung wird sich also vermutlich gezielt auf bestimmte Gewerke beschränken. Die Stadt setzt bei dem Vorhaben auf Zuschüsse aus dem europäischen Leader-Programm. Ein konkreter Antrag wird erst auf den Weg gebracht, wenn der Sanierungsumfang feststeht. Ridder sagte in der Ortsrats-Sitzung, dass die Stadt zudem in finanzieller Hinsicht „auch auf den Landkreis Gifhorn zählen“ wolle. Schließlich sei in den Neubau der Gifhorner Stadthalle ein Zuschuss des Kreises von 2 Millionen Euro geflossen.

Dass das bestehende Objekt nur punktuell verbessert werden soll, schmeckt in der politischen Landschaft Wittingens nicht jedem. „Dann haben wir also weiterhin diese Krücke von Stadthalle“, formulierte Ortsratsmitglied Wolf-Ingo Bellin (CDU) mit Blick auf die Sanierungspläne – eine Einlassung, die Ridder so kommentierte: „Das deckt sich nicht mit meiner Einschätzung.“ Doch Bellin verlieh seiner Haltung Nachdruck und regte als Alternative den Bau einer Mehrzweckhalle an. Nutzer wie Kultur- und Schützenverein sollten bei der Planung ihre Vorstellungen einbringen können. Reaktionen auf Bellins Vorstoß zeigte der übrige Ortsrat nicht.

Die Stadthalle, die derzeit keinen Pächter hat, wird bis auf weiteres bedarfsgerecht von der Verwaltung betrieben. Die Auslastung sei erstaunlich gut, war zuletzt aus dem Rathaus zu hören. Am 31. Mai soll die Halle ihre Türen schließen, dann soll die Sanierung beginnen – so der Zeitplan der Stadt, der freilich noch davon abhängt, wie das Sanierungskonzept am Ende ausfällt. Das Schützenfest am Pfingstwochenende kann jedenfalls noch wie gewohnt über die Bühne gehen.

Von Holger Boden

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