Gefahr durch herabstürzende Äste

Stadt Wittingen: Nachtweide soll gesperrt werden

Wegen einer Gefahr abgestorbener Äste will die Stadt Wittingen vorerst keine Fußgänger mehr in die Nachtweide lassen
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Die Stadt Wittingen will die Fußwege in der Nachtweide sperren
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – Die Stadt Wittingen will die Fußwege durch die Nachtweide sperren. Der Grund: Von trockenen und abgestorbenen Ästen geht nach Einschätzung der Verwaltung Gefahr für Spaziergänger aus.

Per E-Mail wurden am Mittwoch deshalb auch die Wittinger Kindergärten über diesen Schritt informiert. „Wir möchten Sie bitten, bis auf Weiteres keine Kinder mehr in das Wäldchen zu führen“, heißt es in dem Schreiben. Schilder, die den Zutritt zu dem Waldstück für alle Bürger untersagen, sollen demnächst aufgestellt werden.

Aus der Politik kommt bereits Kritik daran, dass es soweit kommen musste: Laut Christian Schroeder (Grüne) wurden schon vor drei Jahren Angebote von Firmen eingeholt, die die toten Äste von den Bäumen entfernen sollten. Passiert sei dann – nichts.

Stadtbürgermeister Andreas Ritter bestätigt, dass es vor einigen Jahren ein entsprechendes Angebot gab, dabei sei es um eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich gegangen. Dass die damals aufgerufene Summe noch aktuell sei, davon sei nicht auszugehen. Soll heißen: Es ist wohl eher teurer geworden. Einen Auftrag zu vergeben, das sei derzeit nicht möglich: „Im Haushalt ist für diese Sache kein Geld.“

Angesichts der Höhe der Kosten sieht Ritter es als Thema, das von der Politik neu aufgegriffen werden muss. Dabei müsse man sich unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherungspflicht vielleicht auch der Frage widmen, ob künftig alle Trampelpfade offen gehalten werden sollen, oder ob man nur für die Hauptwege sorgen wolle: „Das muss man diskutieren.“

Die Wittinger Grünen haben gleich am Donnerstag mit einem Dringlichkeitsantrag reagiert – sie wollen die Nachtweide im nächsten Bauausschuss auf die Tagesordnung haben. „Aus unserer Sicht ist es falsch, die Wege nun dauerhaft zu sperren“, sagt Schroeder. Gerade in Zeiten von Corona sei es für die Kitas und die Lebenshilfe wichtig, mit den Kindern die Natur erkunden zu können. Zudem sei die Nachtweide für die Bevölkerung ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Für Schoeder zeigt der Fall, dass Sparwille zu falschen Ergebnissen führen kann. Dass eine Ausästung vor drei Jahren nicht stattgefunden habe, führe nun dazu, dass das Ganze teurer wird. Bei der Finanzierung stelle sich die Frage, ob die Stadt nicht auch auf Geld zurückgreifen kann, das aus dem Verkauf von Nachtweide-Holz stammt. Schließlich seien dort zuletzt reichlich Bäume gefällt und abtransportiert worden.

Der Eilantrag der Grünen sieht vor, dass nun eine Fachfirma mit der Beseitigung der gefährlichen Äste beauftragt wird. Dann soll die Sperrung wieder aufgehoben werden. Diskutiert wird das nun voraussichtlich schon am Montag, 14. Juni: Dann tagt ab 18 Uhr der Bauausschuss in der Stadthalle.

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