Geschäftsführer hört Ende des Monats auch in Uelzen auf

Helios Wittingen: Die Klinik und ihr Chef trennen sich

In der Wittinger Helios-Klinik weht weiter der Wind des Wandels.  
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In der Wittinger Helios-Klinik weht weiter der Wind des Wandels.  

Wittingen – Die Helios-Klinik Wittingen kommt nicht aus den Schlagzeilen: eine neue Schmerzklinik-Chefin, dann die baldige Trennung von der neuen Schmerzklinik-Chefin, dann die Schließung der Schmerzklinik – und nun geht der Geschäftsführer des Krankenhauses.

Helios hat gestern bekanntgegeben, dass Dr. Osman Mersinli mit Wirkung zum Ende des laufenden Monats die Leitung des Wittinger Krankenhauses ebenso aufgibt wie die des Uelzener Helios-Klinikums. „Urlaubsbedingt“ sei er bereits ab dem gestrigen Montag nicht mehr im Dienst.

Mersinli hatte seinen Posten in Wittingen am 1. November 2015 angetreten. Im Herbst 2017 kam der Ruf nach Uelzen, dort übernahm er die Leitung des Klinikums, in Wittingen kam ein Nachfolger. Im Herbst 2018 hieß es dann an der Gustav-Dobberkau-Straße: „Zurück in die Zukunft.“ Mersinli war fortan in Personalunion für die zwei Häuser in Uelzen und Wittingen zuständig. Noch im Herbst 2017 hatte der Klinik-Konzern kommuniziert, dass man nicht mehr beide Kliniken vom selben Geschäftsführer leiten lassen wolle.

Über Mersinli heißt es nun in der gestrigen Helios-Mitteilung, er wolle „sich künftig anderen Herausforderungen widmen“. Nach IK-Informationen liegen diese außerhalb des Helios-Konzerns. Der scheidende Geschäftsführer brachte als Internist, Gesundheitsmanager und Controller medizinische wie auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit. „Ich danke Dr. Mersinli sehr für seinen Einsatz und sein Engagement für das Unternehmen, die Mitarbeiter und die Patienten“, ließ sich Regionalgeschäftsführer Dr. Marc Baenkler gestern zitieren.

Wer Mersinlis Nachfolge antritt, steht laut Helios noch nicht fest. „Ich bin zuversichtlich, die Position des Klinikgeschäftsführers kurzfristig nachbesetzen zu können“, so Baenkler. „Bis dahin werden Dr. Olaf Kannt als medizinischer Regionalgeschäftsführer und ich die beiden Häuser kommissarisch führen.“

Wittingens Stadtbürgermeister Andreas Ritter sagte gestern, er sei von Mersinlis Abschied „schon überrascht“. Genaue Beweggründe für den Schritt kenne er nicht. Die Stadt ist mit vier Prozent der Anteile Minderheitsgesellschafter der Wittinger Klinik, nimmt aber auf das operative Geschäft keinen Einfluss.

Ritter findet es „entscheidend, dass die Stelle möglichst schnell nachbesetzt wird“. Wünschenswert sei, dass ein neuer Krankenhaus-Chef Ideen und Impulse mitbringe, die den Klinik-Standort wirtschaftlich voranbringen. Über die Schließung der Schmerzklinik sei man seitens der Stadt „nicht erfreut“ gewesen, diese sei ein positives Merkmal des Wittinger Krankenhauses gewesen.

VON HOLGER BODEN

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