Fotoarchiv Heine wird aufgearbeitet / Junkerhof in Wittingen zu klein

Heimatverein mit Mammutaufgabe

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Hans Messerschmidt vor dem riesigen Fotoarchiv „Photografica“ von Fotografenmeister Siegfried Heine, das dessen Kinder dem Heimatverein Wittingen überlassen haben.

Wittingen. Jeden Montag sitzen sie Stunden über dem Fotoarchiv „Photografica“ von Fotografenmeister Siegfried Heine und sortieren es.

„Es sind über 10 000 Fotos, Dias und Postkarten“, die Ilse Sauer, Ingo Knop und Hans Messerschmidt vom Fotoarchiv des Heimatvereines Wittingen aufarbeiten.

Ilse Sauer und Ingo Knop beim Trennen des Heine-Fotoarchives nach Regionen. Allein das ist bereits eine Mammutaufgabe.

„Der Heimatverein hat diesen Schatz 2016 übernommen. Wir danken Per Olof Heine und seiner Schwester Ulla Britt Roemer, die uns das Archiv ihres Vaters überlassen haben“, sagte Hans Messerschmidt, der federführend mit beiden die Verhandlungen führte. Die drei Heimatvereinsmitglieder trennen das Archiv erst mal nach Wittingen und Hankensbüttel. Allein das ist schon eine Mammutaufgabe. Und dabei stoßen sie oft auf alte Fotos und Postkarten, die einzigartig sind. Messerschmidt schätzt, dass rund 40 Prozent des Archivs der Stadt Wittingen zuzuordnen ist, alles andere dann Hankensbüttel und Umgebung. „Was wir Hankensbüttel zuordnen, soll später dann dem Heimatverein Hankensbüttel übergeben werden“, informierte Messerschmidt.

Erst wenn diese Teilung vollzogen ist, beginnt für beide Heimatvereine die eigentliche heimatkundliche Bearbeitung dieses einmaligen Schatzes. „Wir werden wohl Jahre benötigen, um alles richtig aufzuarbeiten“, prognostizierte Ilse Sauer. Ob Schützenfeste, Kirchen, Sportvereine, Privathäuser oder Firmen der jeweiligen Regionen – alle Bilddokumente spiegeln die Geschichte in einer breiten Vielfalt wieder.

Im Zeitungsarchiv lagern Bände ab dem Jahr 1894 bis heute. Der Platz im Junkerhof ist völlig unzureichend.

Doch die Arbeit der Heimatvereinsmitglieder ist getrübt. Die Räumlichkeiten im Junkerhof sind nicht nur viel zu eng geworden, sie entsprechen schon lange nicht mehr den brandschutztechnischen und klimatischen Bedingungen. „Hier lagert nicht nur das Fotoarchiv, sondern auch das Zeitungsarchiv ‘Isenhagener Kreisblatt’ mit rund 400 Bänden sowie das Stadtarchiv. Nicht auszudenken, wenn es hier mal brennt. Dann ist die ganze Wittinger Geschichte weg“, mahnte Messerschmidt schon während den Jahreshauptversammlungen des Heimatvereines. Deshalb fordert der Heimatverein von der Stadt, über ein größeres und sicherheitstechnisch intaktes Archiv nachzudenken.

Stadtbürgermeister Karl Ridder: „Wir kennen das Problem und arbeiten derzeit an einer Lösung.“ Wie Ridder gegenüber dem IK erklärte, gibt es derzeit mehrere Überlegungen, dem Heimatverein für das Archiv Räume zur Verfügung zu stellen. „Abschließend kann ich aber dazu noch nichts sagen“, so der Bürgermeister.

Von Rüdiger Lange

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