Der nächste umstrittene Baum

Heimatverein gegen Fällung der Wittinger Dobberkau-Eiche

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Wird von der Stadtverwaltung als abgängig angesehen: die Gustav-Dobberkau-Eiche. 

Wittingen – In Knesebeck gibt es Ärger wegen 18 abgeholzter Bäume am Strandbad (das IK berichtete) – in Wittingen entzündet sich derweil Kritik an der geplanten Fällung eines einzelnen Baumes: Bei der Entscheidung, die Dobberkau-Eiche zu fällen, fühlt der Heimatverein sich übergangen.

Der Ortsrat hatte im Dezember einstimmig einer Entfernung des Baumes zugestimmt. Die Stadtverwaltung hatte ihren entsprechenden Vorschlag mit Pilzbefall im Stammbereich, einer nicht-gesunden Krone und der Vorbeugung von Unfällen begründet.

In einem Brief an den Ortsrat schreibt der Heimatvereins-Vorsitzende Dr. Alfred Stein nun, sein Verein habe „mit Überraschung“ und „aus der Zeitung“ erfahren müssen, dass die Eiche gefällt werden soll. Der Heimatverein wäre gern am Entscheidungsprozess beteiligt gewesen. Stein: „Aus unserer Sicht wäre es schade, wenn der Baum gefällt würde. Damit würde ein Stück Wittinger Geschichte verloren gehen.“ Gustav Dobberkau war, so verrät es die Inschrift der Gedenktafel hinter der Eiche, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert langjähriger Vorsitzender des Kreiskriegerverbandes Isenhagen. Die Straße, an der der Baum steht, ist nach ihm benannt.

Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg meint dazu, man müsse den Fakten ins Auge sehen. Wenn die Stadtverwaltung feststelle, dass der Baum krank ist, dann müsse man davon ausgehen, dass „das Hand und Fuß hat“. Er werde gern noch einmal im Rathaus nachfragen, gehe aber davon aus, dass eine Fällung nicht leichtfertig angeregt wurde. Auch ein Naturdenkmal sei nicht von ewiger Dauer: „Irgendwann kommt ein Baum in die Jahre.“

Von Holger Boden

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