Landgericht Hildesheim: Sechs Jahre Gefängnis für Uelzener, sieben für Bad Bodenteicher

Haftstrafen für Wittinger Juwelier-Räuber

Der Bad Bodenteicher (l.) muss für den Überfall sieben Jahre ins Gefängnis, sein Uelzener Freund (re.) sechs. Foto: Hackenberg
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Der Bad Bodenteicher (l.) muss für den Überfall sieben Jahre ins Gefängnis, sein Uelzener Freund (re.) sechs.
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Wittingen/Hildesheim. Das Landgericht Hildesheim hat am Ende nicht lange gebraucht, um bei den Angeklagten, die im November letzten Jahres den Wittinger Juwelier „Uhren und Schmuck Fischer“ überfallen hatten, zu einem Urteil zu kommen: schuldig.

Eigentlich war für heute ein weiterer Verhandlungstag angesetzt, doch den benötigte die allgemeine große Strafkammer nicht mehr. Der 24 Jahre alte Bad Bodenteicher muss sieben Jahre ins Gefängnis, sein zwei Jahre älterer Freund aus Uelzen sechs.

Beide wurden gestern der gemeinschaftlich besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig gesprochen. Das Gericht folgt damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verurteilten haben jetzt eine Woche lang Zeit, Berufung einzulegen.

Ob sie das tun, ist jedoch fraglich. Der Uelzener hatte bereits beim Prozessauftakt letzte Woche (das IK berichtete) eingeräumt, dass sich die Tat so zugetragen habe wie von der Staatsanwaltschaft geschildert. Zwar war S. derjenige, der die Juwelier-Mitarbeiterin mit einem Fleischerbeil bedroht hat. Doch zu seinen Gunsten hat sich die Tatsache ausgewirkt, dass er umfassend geständig war und sich auch bei den Opfern entschuldigt hat. „Ich bereue, dass ich Sie ausgeraubt und Ihnen Angst gemacht habe. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es sofort tun“, hatte er sowohl dem Juwelier als auch seiner Mitarbeiterin versichert.

Laut eigener Aussage hat S. seit Jahren ein akutes Alkoholproblem. „Wenn ich trinke, mache ich Dinge, die ich sonst nicht tun würde“, behauptete er. Das Gericht ordnete an, dass er zwei Jahre der Haftstrafe in einer Alkoholentzugsanstalt absitzen muss.

Sein alter Schulfreund K. aus Bad Bodenteich hat mit dem Überfall gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen, was sich strafschärfend ausgewirkt hat. Er hatte angegeben, sich nicht an die Tat erinnern zu können. Doch seine Ex-Freundin hatte ausgesagt, dass er mit der Tat vor ihr geprahlt habe. Durch seinen Anwalt beantragte K. die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik, weil er laut eigener Aussage unter einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung leide. Die sei dafür verantwortlich, dass er Dinge tut, die er eigentlich gar nicht tun will.

Das ließ Richter Rainer de Lippe nicht gelten. Bei der Urteilsverkündung erläuterte er dem Verurteilten ausführlich, dass er auch während seines siebenjährigen Gefängnisaufenthalts die Möglichkeit hätte, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Von Sandra Hackenberg

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