Erweiterungsgebiet: Wittinger Wirtschaftsausschuss gibt grünes Licht für Planungen

Hafen soll jetzt wirklich wachsen

Ein Container-Schubverband liegt in zweiter Reihe – die Stadt will am Hafen jetzt „anbauen“. Archiv

Wittingen. Die Überlegungen sind nicht mehr ganz neu und gipfelten schon vor sechs Jahren im Hafenentwicklungskonzept. Jetzt macht die Stadt Wittingen ernst – und will die Erweiterung des Hafengeländes konkret anschieben.

22 Hektar südlich der OHE-Linie hat die Kommune bereits gekauft, 22 weitere – die weiter entfernt vom Wasser liegen – sollen noch hinzukommen.

Der Wirtschaftsausschuss der Stadt hat am Donnerstagabend einstimmig dafür votiert, dass das Rathaus Planer beauftragen soll, ein Konzept für die Erweiterungsfläche zu entwerfen. 40 000 Euro stehen dafür noch im Etat, weil sie 2012 nicht abgerufen wurden. Wie weit das Geld reicht, bleibt abzuwarten.

Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass man sich nun langsam für eventuelle Interessenten rüsten muss, die sich am Kanal bei Wittingen niederlassen wollen. „Der Bedarf an Plätzen am Wasser ist da“, konstatierte der Vorsitzende Uwe Hoppmann (CDU). Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse bestätigte entsprechende lose Anfragen. Hans-Heinrich Koch (SPD) befand: „Wenn jemand sich ansiedeln will, müssen wir bereit sein.“

In Wittingen rechnet man mit zunehmendem Interesse aus der Wirtschaft, wenn unweit vom Kanal die Autobahn gebaut wird. Koch warb für eine „möglichst großflächige Erschließung“. In diesem Sinne äußerte sich auch Friedrich O. Winkelmann als Bürgervertreter: „22 Hektar sind schnell weg. Kommunen an Autobahnen unterhalten sich eher über 120 Hektar.“ Winkelmann rief dazu auf, mehr Land zu erwerben: „Jetzt ist es günstig.“ Das kam bei Hoppmann, der Ortsvorsteher des Hafen-Nachbarn Glüsingen ist, nicht gut an. Dr. Thomas Weiland (FWG) versuchte es salomonisch: Man solle erst einmal das jetzt greifbare Areal weiterentwickeln, aber „einen weiteren Zukauf nicht aus dem Auge verlieren“.

Bei der nun angestoßenen Planung wird es vor allem um die künftige Infrastruktur gehen: Hafenbecken, Stichkanäle, verkehrliche Erschließung. Spannend dürfte der Aspekt der Anbindung des neuen an das alte Hafengebiet werden – denn dabei gilt es, die OHE-Strecke zu überwinden. Deren Betrieb soll aber 2016 ohnehin eingestellt werden. Für die Planer wird es also zu einer Kardinalfrage, ob sie noch mit den vorhandenen Schienen kalkulieren oder ohne – was viel Geld sparen würde. Denn der Hafen wird langfristig ohnehin an die Gleise aus Richtung Wittingen angebunden.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare