Stadt Wittingen forciert Erweiterung / Verstärkte Bemühungen um Liegestelle

Hafen-Pläne werden konkreter

Objekt der Wittinger Begierde: Die auf diesem Luftbild belegte Liegestelle könnte helfen, die Umschlagskapazitäten im Hafen zu erweitern. Links der Brücke soll ein neuer Anleger für Kanalschiffe gebaut werden. Foto: Stadt Wittingen
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Objekt der Wittinger Begierde: Die auf diesem Luftbild belegte Liegestelle könnte helfen, die Umschlagskapazitäten im Hafen zu erweitern. Links der Brücke soll ein neuer Anleger für Kanalschiffe gebaut werden.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen. Zusätzliche Gewerbeflächen im Hafengebiet, mehr Umschlagspotenzial an der Kaikante: Die Stadt Wittingen strebt bei ihren Planungen für die Zukunftsfähigkeit des Hafens jetzt konkrete Ziele an.

Der Wirtschaftsausschuss hat dafür in dieser Woche weitere Weichen gestellt.

So sollen in den Etatberatungen der nächsten Wochen für 2018 Gelder für einen Ankauf von Flächen berücksichtigt werden, die eine Erweiterung des Hafen-Areals nach Osten ermöglichen. Ein Gutachten hatte diese Stoßrichtung empfohlen. Die neuen Gewerbegrundstücke hätten zwar keinen direkten Zugang zum Elbe-Seitenkanal, würden aber dicht an der bei Mannhagen geplanten Autobahnauffahrt liegen. In Verhandlungen um die benötigten Flächen werde man jetzt „konkret eintreten“, sagt Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse.

Beim Bemühen um weitere Umschlagskapazitäten will die Stadt derweil ein deutliches Signal an das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) senden – mit dem Ziel, mittelfristig die Liegestelle südlich der B 244-Brücke für Güterumschlag nutzen zu können. Die Ausgangslage: Das WSA will nach Informationen der Stadt voraussichtlich 2019 eine neue, 600 Meter lange Liegestelle nördlich der Brücke bauen. Die, so Kruse, reiche aber offenbar nicht aus – das WSA habe signalisiert, auch die vorhandene Liegestelle weiterhin nutzen zu wollen.

Eine in Aussicht gestellte Mitnutzung der alten Liegestelle an 24 Tagen im Jahr (bundeseinheitliche Regelung) erscheint für die Zwecke der Osthannoverschen Umschlagsgesellschaft (OHU), die den Umschlag im Wittinger Hafen betreibt, nicht zielführend. Diskutiert wird deshalb über die Möglichkeit, dass die neue, nördliche WSA-Liegestelle gleich um rund 150 Meter länger gebaut wird, und dass die Stadt sich im Zuge einer Kompensation mit geschätzten 1,5 bis 2 Millionen Euro an den Kosten beteiligt. Dafür könnte Wittingen den vorhandenen, 175 Meter langen Anleger übernehmen.

Der müsste dann mit zusätzlichem Geld fit gemacht werden für den Güterumschlag. Wie groß der Handlungsbedarf ist, das soll auch eine statische Überprüfung zeigen, für die der Wirtschaftsausschuss sich ausgesprochen hat.

Billig wird das also alles nicht – doch im Rathaus will man der „Konzentration auf Vorhandenes“ den Vorrang geben, wie Kruse sagt. „Ein ganz neues Terminal im Süden wäre deutlich teurer.“ Und: Direkt hinter der fraglichen Liegestelle liegt ein 18 000 Quadratmeter großes Filetstück, das noch ungenutzt ist und der OHU gehört.

Letztlich geht es darum, mehr Umschlag und damit auch mehr Wertschöpfung und mehr Arbeit in den Wittinger Hafen zu holen. Die vorhandene 240 Meter lange Umschlagstrecke am Hafenbecken ist auf rund 400 000 Tonnen pro Jahr limitiert, und gleichzeitig wird mit steigenden Güterzahlen auf dem Elbe-Seitenkanal gerechnet. Wittingen, 2013 noch in einer Spitzenposition beim Umschlag am Kanal, war 2016 im zweiten Jahr in Folge auf Rang drei hinter Uelzen und Lüneburg zurückgefallen.

Von Holger Boden

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