Wittingen: Öl bleibt wichtigste Güterart / Mitbewerber Lüneburg investiert

Hafen legt 2017 erneut zu

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Im Wittinger Hafen liegt das Umschlagsergebnis 2017 über dem Wert des Vorjahres. Der Güterumschlag per Schiff hat dabei um zwei Prozent zugelegt.

Wittingen. Der Güterumschlag im Wittinger Hafen ist 2017 erneut gewachsen. 327.124 Tonnen bedeuten einen Zuwachs von 5,29 Prozent gegenüber 2016.

Die Marke von 336.000 Tonnen aus dem Jahr 2013 bleibt damit vorerst unerreicht, die Umschlagmenge hat aber wie auch schon in den vergangenen Jahren zugelegt.

Im letzten Jahr der Zusammenarbeit von Stadt Wittingen, Rhenus und OHE hat die Osthannoversche Umschlagsgesellschaft (OHU) den reinen Schiffsumschlag leicht steigern können: um zwei Prozent auf 275.694 Tonnen. Dabei wurden an 218 Betriebstagen 335 Schiffe be- oder entladen, 14 mehr als im Vorjahr.

Wie in den Vorjahren hat sich Wittingen dabei wieder vor allem als „Importhafen“ erwiesen: Per Schiff wurden mehr als 242.000 Tonnen Ladung angelandet, nur 33.000 Tonnen wurden auf die Reise geschickt. Zuletzt wurden im Jahr 1998 mehr heimische Güter in die Welt versandt als fremde Güter in Empfang genommen.

2017 kommt zum Schiffsumschlag ein Landumschlag mit einem Volumen von 51.159 Tonnen hinzu, was ein Plus von 23,5 Prozent gegenüber 2016 bedeutet.

Auch wenn ihre Tonnage von 113.144 auf 111.973 leicht geschrumpft ist: Ölprodukte blieben auch 2017 die wichtigste Güterart im Wittinger Hafen. Mit weitem Abstand folgt das Rundholz, dessen umgeschlagene Menge allerdings um fast 40 Prozent auf 54.381 Tonnen kräftig zugelegt hat. Bei Holzhackschnitzeln hat es mit etwas über 40.000 Tonnen einen Rückgang um 11 Prozent gegeben, der Getreideumschlag hingegen hat um rund 25 Prozent auf 32.000 Tonnen angezogen.

Aus dem Nachbarhafen Uelzen, wo der Logistiker Rhenus nach dem OHE-Ausstieg mit 76 Prozent der Anteile neuer Mehrheitsgesellschafter ist, liegen nach Angaben des Unternehmens noch keine Zahlen für 2017 vor. Noch weiter nördlich meldet die Hafen Lüneburg GmbH für das vierte Jahr in Folge einen Anstieg der Gütermenge – dieses Mal um 23 Prozent auf 363.000 Tonnen. Der Schiffsumschlag war dort mit 257.000 Tonnen geringer als in Wittingen, ist aber um 24 Prozent gewachsen. Der Lüneburger Landumschlag beläuft sich auf 106.000 Tonnen.

Dieses Jahr startet am Lüneburger Hafen ein umfangreiches Investitionsprogramm zum Erhalt und Ausbau der Hafenanlagen, wie das „Bündnis Elbe-Seitenkanal“ auf seiner Homepage meldet. Mit Unterstützung des Landes Niedersachsen plane die Hafen Lüneburg GmbH, dieses und nächstes Jahr insgesamt rund 2,3 Millionen Euro in betriebliche Maßnahmen, Grunderneuerung und Ausbau von Anlagen zu investieren.

Im Wettbewerb um Gütermengen wartet man in Wittingen derzeit darauf, Zugriff auf eine weitere Liegestelle zu bekommen, um die Umschlagskapazitäten zu erweitern (das IK berichtete). Die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes Hafen in Richtung Mannhagen dürfte auf die maritimen Daten aller Voraussicht nach eher weniger Einfluss haben.

Von Holger Boden

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