Veto zu Ohrdorfer Sonderfläche

Hähnchen-Pläne abgelehnt: Vorläufiges Nein aus Wittingen

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Vor der Sitzung machten Mast-Gegner ihre Meinung vor der Stadthalle mit umgehängten Schildern deutlich.

Wittingen/Ohrdorf – Bei seiner Stadthallen-Premiere hatte der Wittinger Bau- und Umweltausschuss am Montagabend rund 30 Zuschauer – die meisten von ihnen Hähnchenmast-Gegner.

Für sie lohnte sich das Kommen, denn der Ausschuss erteilte der Bauleitplanung für weitere Mastställe bei Ohrdorf nicht seinen Segen.

Wegen der Corona-Pandemie wich am Montag erstmals ein politisches Gremium der Stadt in die Nachtweide aus. Die Stadthalle soll durch ihre Größe eine Teilhabe der Öffentlichkeit am politischen Prozess ermöglichen.

Begrüßt wurden die Ausschussmitglieder auf dem Vorplatz von Hähnchenmast-Gegnern, die Protestschilder vor der Brust trugen. Teilnehmer kamen auch aus Brome und Hankensbüttel, was die gewachsene überörtliche Aufmerksamkeit für die Hähnchen-Debatte zeigt.

Die Ohrdorfer Pläne waren dann auch das prägende Thema der Einwohnerfragestunde, die sich vielleicht so zusammenfassen lässt: Die Mast-Kritiker erwarten von der Stadt ein klares Nein zu dem Vorhaben, Politik und Verwaltung sehen das als nicht ganz einfach an und verweisen darauf, dass sie sich nicht dem Vorwurf der Verhinderungsplanung aussetzen dürfen.

Am Ende der Ausschuss-Diskussion stand dann ein Patt: Das 4:4 bedeutete eine Ablehnung der Bauleitplanung, die den Weg für eine „Sonderbaufläche Bioenergie und Masttierhaltung“ ebnen sollte. Allerdings: Noch bleibt für die Ohrdorfer Investoren die Hoffnung auf zwei weitere Runden, die das Thema drehen muss. In Kürze wird der Verwaltungsausschuss in nichtöffentlicher Runde darüber debattieren, zur endgültigen Entscheidung kommt es dann am 28. Mai im Stadtrat. Dort sind jeweils andere Mehrheiten denkbar.

VON HOLGER BODEN

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