Autos stehen in Wittingen oft nicht da, wo sie sollten

„Haben ein Problem mit dem Parken“

+
Auf diesem Foto parken gleich mehrere Autos falsch – Alltag in der Wittinger Innenstadt. Doch mancher kann sich auch eine Legalisierung des Parkens auf den verbotenen Flächen vorstellen. 

Wittingen. Zu viel wildes Parken in der Wittinger Innenstadt? Ja, meint eine Bürgerin, die nicht genannt werden möchte, gleichzeitig aber auf einen großen Freundeskreis verweist, der das genauso sehe.

Ein Blick in die Lange Straße zeigt in der Tat zu vielen Zeiten des Tages, dass Fahrzeuge auf Flächen stehen, wo eigentlich nicht geparkt werden sollte.

Stadtbürgermeister Karl Ridder kennt die Diskussion, die in Wittingen immer wieder mal aufflammt. Er findet: „Wir haben in Wittingen kein Parkplatzproblem, sondern ein Problem mit dem Parken.“ Soll heißen: Parkraum gibt es genug, etwa an Achterstraße und Junkerstraße, er wird nur nicht genutzt. Als offenes Geheimnis gilt, dass viele Parklücken tagsüber längerfristig durch Angehörige innenstädtischer Läden belegt sind.

Die Beschwerdeführerin moniert, dass das Parken auf Nicht-Parkflächen dem Stadtbild abträglich sei, und dass darüber hinaus die roten Pflastersteine kaputtgefahren werden, etwa vor dem Geschäft Eggers. Darüber hinaus werde auch in Wohnstraßen wie zum Beispiel der Carl-Peters-Straße oder der Spörkenstraße immer wieder gegen die guten Parksitten verstoßen, Autos würden dort auf dem Bürgersteig abgestellt.

Die Stadt reagiert laut Ridder hin und wieder mit Kontrollen. Eine „Stadtstreife“ gibt es nicht mehr, dafür überwacht eine Mitarbeiterin der Verwaltung an manchen Tagen den ruhenden Verkehr. Werden dabei Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung festgestellt, die mit einem Bußgeld geahndet werden können, dann obliegt Letzteres dem Landkreis – der ist als Verkehrsbehörde für die Durchsetzung der Verwarnung zuständig.

Eine Anfrage des IK, wie viele Falschparker im letzten Jahr in Wittingen belangt wurden und welche Summe dabei eingetrieben wurde, konnte vom Landkreis Gifhorn allerdings nicht beantwortet werden – es erfolge keine nach Gemeinden geordnete Auswertung der Fallzahlen und der Einnahmen. Der Landkreis verwies stattdessen an die Kommune. Doch im Rathaus heißt es ebenfalls, man führe eine solche Statistik nicht – eben weil das Geld ja nicht vor Ort, sondern vom Landkreis kassiert wird. Eine Statistik-Lücke im an Statistiken reichen Deutschland.

Bekannt ist beim Landkreis immerhin: Kreisweit wurden 2017 aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs – Knöllchen also – insgesamt 16 275 Euro eingenommen. Im Jahr zuvor waren es noch 25 668 Euro.

Zum roten Pflaster an der Langen Straße gibt es übrigens noch eine ganz andere Meinung: Karl Eggers regt wie schon seit Jahren an, das Parken auf den Flächen vor der Drogerie einfach zu legalisieren. Das sei gelebte Wirtschaftsförderung und inzwischen vor allem deshalb sinnvoll, weil immer mehr Kunden der gegenüberliegenden Postagentur einen Parkplatz benötigen.

Das ist laut Ridder jedoch nicht so einfach, weil die Tragfähigkeit des Unterbaus dafür verstärkt werden müsste. Gelder aus der Städtebauförderung sind dafür allerdings nicht zu erwarten – das rote Pflaster wurde seinerzeit schon mal gefördert.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare