Jägercorps Knesebeck: Musik-Zeremonie als Höhepunkt des Spielmannszug-Jubiläums / Erste Aufführung seit 1994

Großer Zapfenstreich zum 100.

Oberst Heinrich Wolter (2.v.r) meldet beim Großen Zapfstreich in Knesebeck an den Vorsitzenden des Spielmannszuges Jägercorps, Frank Wolter (5.v.l.).

Knesebeck. Game Show, „Musikalischer Marktplatz“ und das große Finale zum 100-jährigen Bestehen des Spielmannszugs Jägercorps Knesebeck avancierten am Wochenende zu Highlights des Knesebecker Jubeljahres.

Die musikalische Krönung des zweitägigen Spektakels erlebte am Sonntagabend ein begeistertes Auditorium mit der Aufführung des Großen Zapfenstreichs am Mühlenteich. Virtuos wurde diese Zeremonie zum Ausklang eines fulminanten Jubiläumsjahres zelebriert.

Dieser bedeutende militärische Akt der Bundeswehr, der zu Ehren hoher Persönlichkeiten inszeniert wird und der in Deutschland inzwischen bei zivilen Musikkapellen in Vereinen und zu besonderen Anlässen zur Aufführung kommt, hatte es anlässlich der 100-Jahrfeier schon sein sollen. Von den Knesebecker Spielleuten wurde dieser meisterhaft aufgeführt – in melodischem Zusammenspiel mit dem Musikzug Emmen als Partner. Dort, wo der Mühlenteich im idyllischen Ambiente sein Ufer zieht, genossen viele Knesebecker und Gäste die Musik in würdevoller Ruhe.

Das Licht vieler Fackeln spiegelte sich auf dem Wasser und auf der gegenüberliegenden Seite des Teiches blitzten Musikinstrumente auf, nachdem der Große Zapfenstreich unter den Klängen des Yorkschen Marsches aufmarschiert war. Oberst Heinrich Wolter kommandierte das Zeremoniell, er meldete an den Vorsitzenden des Spielmannszuges Jägercorps Frank Wolter.

Erhebend war schon der musikalische Auftakt. Zu Beginn der Serenade, die aus drei Stücken bestand, intonierten die Emmer Musiker des „Großen Kurfürsten Reitermarsch“ mit eindrucksvollen Solofanfaren im Zwischenspiel.

Als zweites Stück erklang der Marsch der Steubenparade – eine Reminiszenz an die weltberühmte New Yorker Parade, an der die Knesebecker Spielleute im Jahr 2000 teilgenommen hatten, wie Mattias Rode betonte. Bevor der eigentliche Zapfenstreich ertönte, intonierten beide Klangkörper den Klassiker und Konzertmarsch Mars de Medici.

Nach verschieden traditionellen musikalischen Bestandteilen des Zapfenstreiches, wie das „Locken“ durch die Spielleute (Trommelsignale), dem Zapfenstreich-Marsch – intoniert durch die Spielleute und den Musikzug – und dem Retraite (Rückzug) mit drei Posten (Fanfaren), erklang das anrührende musikalische Gebet.

Die von Dmytri Bortniansky komponierte Choralstrophe „Ich bete an die Macht der Liebe“. Abschließend erschallte die Deutsche Nationalhymne.

1994, als die 750 Jahrfeier in Knesebeck über die Bühnen ging, war der Große Zapfenstreich dort zum letzten Mal aufgeführt worden.

Von Jürgen Kayser

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