Einrichtungen im Isenhagener Land kommen zum Teil „an ihre Grenzen“

Grippewelle trifft Kitas hart

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Die Grippewelle macht den Kitas im Gifhorner Nordkreis stark zu schaffen.

Isenhagener Land. Die Grippewelle lässt grüßen: Viele Kitas in Niedersachsen befinden sich im Ausnahmezustand. Die Situation ist nach Angaben der Gewerkschaft Verdi angespannt.

Zum einen sind viele Kinder krank, zum anderen ist die Personaldecke dünn und Krankheitsausfälle sind schwer aufzufangen.

Karin Single, Fachbereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie beim DRK-Kreisverband Gifhorn, bestätigt die schwierige Situation auf Landesebene auch für den Gifhorner Nordkreis. Dabei sei man ohnehin schon vom Fachkräftemangel stark betroffen. Die Ausfälle durch die Grippewelle würden das System insofern noch zusätzlich im wahrsten Sinne des Wortes schwächen. In der Vergangenheit seien nicht genügend Erzieher ausgebildet worden. So würden in der jetzigen Situation einzelne Kitas „an ihre Grenzen“ kommen, unterstreicht Single.

Viel unternehmen können die Kitas in ihrer derzeitigen Situation laut Single nicht: Eine Gegenmaßnahme seien Vertretungsstunden – das geht aber auch nur, wenn die Vertretungskräfte gesund sind. Laut Single bleibt man außerdem ständig mit den Eltern im Gespräch, damit diese im Fall der Fälle ihre Kinder etwas früher abholen. Eine Option ist auch das Zusammenlegen von Gruppen. Es bringe dem gesamten System nichts, wenn kranke Kinder in die Kita gebracht werden würden.

Mike Blaesing, Leiter des Kindergartens Sterntaler in Ohrdorf, bestätigt auf IK-Anfrage die Krankheitsausfälle: „Das ist schon so. Beim Personal geht es noch. Wir halten uns gut, auch wenn wir unsere Vertretungskraft derzeit brauchen.“ Aber wenn teils mehr als die Hälfte einer Kindergartengruppe krankheitsbedingt fehle, sei das schon „erheblich“. Die Eltern würden zum Teil hohes Fieber bei ihren Kindern melden. Blaesing lobt die Eltern für ihre Fürsorglichkeit, ihre Kinder nicht krank in die Kita zu schicken – angesichts der dann drohenden gegenseitigen Ansteckungsgefahr.

Weitaus positiver sieht es derzeit in der Samtgemeinde Brome aus. Wie Verwaltungschefin Manuela Peckmann auf IK-Anfrage mitteilt, habe sie sich in der vergangenen Woche erkundigt. Da sei die Situation unkritisch gewesen. „Wenn es krankheitsbedingt zu Ausfällen kommen sollte, werden wir individuell im Einzelfall entscheiden“, so die Samtgemeindebürgermeisterin. Dann können man auf einen Pool von Reservekräften zurückgreifen oder notfalls Gruppen zusammenlegen. „Aber meistens ist es ja so, dass nicht nur die Erzieher krank sind, sondern die Kinder auch“, weiß Peckmann.

Von Paul Gerlach und Carola Hussak

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