Grausiges 1982, traumhaftes 2009

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2008 waren die Osterglocken am Ostermorgen in Hankensbüttel von Schnee bedeckt – für dieses Jahr sagen die Meteorologen bestes Ausflugswetter voraus.

Isenhagener Land - Von Reinhard Zakrzewski . Das Osterwetter ist eine Wundertüte. Das liegt zum einen am bekanntlich oft sehr wechselhaften Frühlingswetter, zum anderen an der Flexibilität des Ostertermins. Der kann mal knapp nach Frühjahrsbeginn liegen, mal spät im April.

Das Osterfest hat keinen festen Platz im Kalender, denn der Termin der Feiertage richtet sich nach den Mondphasen. So fällt der Ostersonntag immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten kalendarischen Frühjahrsvollmond. Dessen frühestmöglicher Eintrittstermin ist der 21. März, so dass der zeitigste Ostersonntag der 22. März, der entsprechend späteste der 25. April ist.

In jedem Fall liegen die Ostertage mitten in einem Zeitraum, in dem die schon warme Luft vom Mittelmeer mit der immer noch sehr kalten Polarluft um die Vorherrschaft in Deutschland kämpft. So ist an Ostern vom „Aprilsommer“ über „nasskalt mit Schnee- und Graupelschauern“ bis hin zu Nachtfrösten alles möglich.

Blickt man auf die Jahre seit 1960 zurück, so finden sich die vielen unterkühlten und unfreundlichen Osterfeste hauptsächlich im März und in der ersten Aprilhälfte, während sich die wenigen freundlich-warmen Feiertage auf die klimatisch günstigere zweiten Aprilhälfte konzentrieren.

Das kälteste Osterfest der letzten 51 Jahre gab es vor drei Jahren. Am diesem frühesten Ostersonntag seit 1913 (23. März 2008) schaffte es das Quecksilber in Wittingen nur auf 2,4 Grad, in der Nacht ging es über einer dünnen Schneedecke auf minus 5,2 Grad runter.

Das winterlichste Osterfest erlebte das Isenhagener Land im Jahr 1970 (29./30. März). Durch anhaltendes Schneegestöber am Karfreitag und Karsamstag konnten die Kinder am Ostermorgen die bunten Eier unter der drei bis fünf Zentimeter dicken weißen Pracht kaum finden.

Grausig trüb, regnerisch und sehr kühl war Ostern 1978 (26./27. März). In seiner Scheußlichkeit wurde es nur noch vom Osterfest 1982 getoppt (11./12. April). Damals trieb ein stürmischer Nordwestwind von Karfreitag bis Ostermontag immer wieder schwere Schneeregen- und Graupelschauer über das Land, der die gefühlten Tagestemperaturen bis in den Minusbereich drückte.

Am anderen Ende der Skala erlebte das nordöstliche Niedersachsen im Jahr 2000 den sommerlichsten Ostertag seit 1960. Verbreitet wurden am Ostersonntag 24 Grad erreicht oder überschritten, bevor eine Gewitterfront zum Ostermontag einen Temperatursturz brachte.

Nimmt man Sonne und Wärme zusammen, gebührt jedoch den Festtagen 2009 (12./13. April) die Krone. Von Karfreitag bis Ostermontag schien täglich mehr als zwölf Stunden lang die Sonne, wobei die Wetterstation in Vorhop durchweg Höchsttemperaturen von 21 bis 22 Grad meldete.

Das nun anstehende Osterwochenende hat gute Chancen, ähnlich schön zu werden wie vor zwei Jahren, so dass der Osterhase beim Verteilen der bunten Eier in den Gärten wieder ordentlich ins Schwitzen geraten wird. Garant dafür ist das standhafte Schönwetterhoch „Stephanie“, das voraussichtlich bis zum Ostermontag durchhält. Allerdings sind am Sonntag und Montag durch einen vagabundierenden Kaltlufttropfen aus Osten mehr Wolken, leicht sinkende Temperaturen und mit Pech sogar vereinzelte private Schauer möglich.

Bis Karsamstag strahlt die Sonne im Isenhagener Land fast ungestört und mit 22 bis 24 Grad auf frühsommerlichem Niveau. An den Ostertagen sind bei heiter bis wolkigem Wetter dem Ostereiersuchen im Freien und allen anderen Freizeitaktivitäten keine Grenzen gesetzt. Und auch die klaren Nächte bleiben mit 8 bis 10 Grad vergleichsweise lau.

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