Stumme Zeugen der Bronzezeit

Grabhügel bei Lüben und Stöcken entdeckt – wohl 3500 Jahre alt

Die neuentdeckten Grabhügel, die vermutlich aus der Bronzezeit stammen, sind im Gelände kaum wahrzunehmen. Die Gifhorner Kreisarchäologie hat das Relief hier durch eine rote Linie verdeutlicht.
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Die neuentdeckten Grabhügel, die vermutlich aus der Bronzezeit stammen, sind im Gelände kaum wahrzunehmen. Die Gifhorner Kreisarchäologie hat das Relief hier durch eine rote Linie verdeutlicht.

Lüben/Stöcken – Die Gifhorner Kreisarchäologie hat im Norden des Wittinger Stadtgebiets urgeschichtliche Hügelgräber entdeckt. Nach Angaben des Kreisarchäologen Dr. Ingo Eichfeld konnten bislang zehn solcher Hügel erkannt und bestätigt werden.

Sie liegen in einem größeren Wald in den Gemarkungen Lüben und Stöcken.

Die Hügel wurden laut Eichfeld im Januar 2019 bei der Auswertung von dreidimensionalen Geländedaten identifiziert. Dies wurde möglich durch hochpräzise Laservermessungen aus dem Flugzeug. Die Technik nennt sich LiDAR (Light Detection And Ranging) und lässt kleinste Reliefunterschiede deutlich werden. Bei dieser Archäologie aus der Luft können die Experten auch unter die Blätterkrone sehen – das war bei herkömmlichen Luftbild-Untersuchungen bisher nicht möglich. „In einem vergleichsweise waldreichen Landkreis wie Gifhorn lassen sich damit immer wieder spannende Neuentdeckungen machen“, sagt Eichfeld.

Die Hügel haben einen Durchmesser zwischen 14 und 25 Metern und sind 0,5 bis 1,2 Meter hoch. Von Bäumen bewachsen, sind sie im Gelände kaum zu erkennen.

Wie alt die Grabhügel genau sind, ist noch unklar, weil es bisher keine Grabungen gab. Bohrungen haben aber laut Eichfeld bestätigt, dass es sich um künstliche Aufschüttungen handelt.

Für den Kreisarchäologen deutet die Größe der Hügel darauf hin, dass sie errichtet wurden, als sich Nordeuropa in der mittleren Bronzezeit befand – also etwa 1500 bis 1200 vor Christus. „Kulturell könnten sie damit zur Lüneburger Gruppe der Mittleren Bronzezeit gehören“, erklärt Eichfeld. Konkrete Planungen für eine Ausgrabung gebe es gegenwärtig nicht. Die Hügel befänden sich auf Privatgelände, das erst nach Rücksprache betreten werden dürfe.

Erläuterungen zu dem Fund gibt Eichfeld in seinem Rückblick auf das archäologische Jahr im Kreis Gifhorn. Der öffentliche Vortrag beginnt am Dienstag, 14. Januar, um 19 Uhr im Historischen Museum im Schloss.

VON HOLGER BODEN

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