Interessen von Naturschützern, Landwirten und Autobahn-Planern berührt

Glüsingen: Neues von der A 39-Libelle

Die Vogelazurjungfer bei Glüsingen bewegt nach wie vor die Gemüter.
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Die Vogelazurjungfer bei Glüsingen bewegt nach wie vor die Gemüter.

Glüsingen – Die „A 39-Libelle“ beschäftigt weiterhin die Behörden – und auch einige Grundbesitzer.

In dem Gebiet rund um den Graben bei Glüsingen, wo die Vogelazurjungfer lebt, kollidieren mehrere Interessen in einer komplizierten Gemengelage, doch nach einem Abstimmungsgespräch, das kürzlich stattfand, sollen die Wogen erst einmal geglättet sein.

Die Ausgangslage: Der Nachweis der Libelle im Zuge der A 39-Kartierungen führte bekanntlich dazu, dass die Trasse der Autobahn um 100 Meter von Mannhagen in Richtung Glüsingen verschoben wurde. An der Tatsache, dass es für den Ort keine Lärmschutzwände gibt, änderte das nichts – von den Planern wurden Grenzwerte angeführt, die laut Berechnungen eingehalten werden.

Ein streng geschütztes Insekt in unmittelbarer Nähe zur geplanten Autobahn – für A 39-Gegner könnte das als Hebel dienen beim Versuch, das Fernstraßen-Projekt per Klage zu verhindern. Zumindest müssen die Planer der Landesbehörde in Lüneburg solches annehmen. Derweil muss die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn dafür Sorge tragen, dass dem Schutz der Libelle Genüge getan wird. Und Landwirte, deren Flächen an den Libellen-Graben grenzen, fürchten Auswirkungen auf die Bewirtschaftung.

Das Gebiet steht zwar nicht unter FFH-Schutz, hat aber durch das Vorhandensein der Vogelazurjungfer einen Quasi-FFH-Status, wie Wittingens Stadtbürgermeister Andreas Ritter auf IK-Anfrage erläutert. Die Stadt ist für den Graben zuständig und lässt Unterhaltungsmaßnahmen turnusmäßig durch den Aller-Ohre-Verband vornehmen.

Anlass des Abstimmungsgesprächs war nun eine vom Landkreis befürwortete zusätzliche Entfernung von Gehölzen im Westteil des Grabens – die Libelle braucht viel Licht. Weil aber nicht klar ist, ob dieser Abschnitt tatsächlich regelmäßig Wasser führt und damit tatsächlich als Lebensraum dient, hat der Landkreis das Vorhaben zurückgezogen. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Aus landwirtschaftlicher Sicht wäre die Ausweitung des zu schützenden Raumes kritisch gesehen worden.

Probleme für die A39-Planung durch die Vogelazurjungfer sieht man beim Landkreis nicht. Aus der Unteren Naturschutzbehörde heißt es: „Das Vorkommen der Libelle ist in den Planungen zur A 39 umfassend berücksichtigt.“

VON HOLGER BODEN

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