Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht

Boitzenhagen: „Glocke stellt alles in den Schatten“

Rundum neu, und vor allem mit funktionierender Glocke.
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Rundum neu, und vor allem mit funktionierender Glocke.

Boitzenhagen. Seit 2008 hatte Ortsvorsteher Klaus Palluck die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Boitzenhagen auf dem Plan. Am Samstag, neun Jahre später, konnte er zahlreiche Gäste zur Einweihung begrüßen.

Und wie einst, auch darauf legten viele Gäste wert, rief die Glocke, die seit drei Jahren verstummt war, zum Einweihungsfest.

Nicht nur zum Zeigen der neuen Räumlichkeiten, vor allem auch zum Dankesagen, hatte Palluck eingeladen, denn außer den beauftragten Handwerkern hatten viele Boitzenhägener mit Hand angelegt. „Wir haben das Glück, dass wir Handwerker fast aller Gewerke hier im Ort haben“, sagte Palluck. Weil so viele mitgeholfen hatten, wollte er auch niemanden herausheben, von den Kuchenfrauen, dem Reinigungsdienst, dem „Spaßmacher“ auf dem Bau, der für allzeit gute Stimmung sorgte, bis zu denjenigen, die selber nicht Hand anlegen konnten und deshalb spendeten, zählte Palluck auf.

Die Geschichte von 2008 bis heute trug er mitsamt den Unwägbarkeiten, verworfenen Plänen, steigenden Kosten, Kürzungen und auch explosiven Funden vor. Während der Arbeiten, bei denen bis auf die Außenmauern und dem Satteldach über der ehemaligen Lehrerwohnung alles entkernt wurde, hatten die Helfer nicht nur den alten Wimpel der ehemaligen Volksschule aus der Vorkriegszeit gefunden, den die Schüler auf Wanderungen zu Geburtstagen ihres Lehrers vor sich her trugen, sondern auch scharfe Munition aus dem letzten Weltkrieg.

Noch weiter in die Geschichte zurück griff Heinz Heine, die im Jahr 1690 begann, als Boitzenhagen nach alten Urkunden eine „Schulmeisterin“ bekam. Mehrere Gebäude dienten seitdem für die Bildung, bis dann 1906 das heute als DGH genutzte Schulgebäude entstand. Die Volksschule, in der bis 1951 noch alle Schüler in einer Klasse unterrichtet wurden, schloss 1969. Seitdem diente das alte Gebäude, das nun reichlich umgebaut und in völlig neuem Glanz dasteht, als Mittelpunkt des Orts. Das soll auch so bleiben, waren sich die Redner einig.

Stellvertretender Bürgermeister Walter Schulze wünschte den Boitzenhägenern Harmonie und Fröhlichkeit. Außer für Feiern und andere Veranstaltungen ist das Dorfgemeinschaftshaus auch durch einen Anbau für die Schützen gedacht, eine vergrößerte Küche und neue sanitäre Einrichtungen bieten mehr Komfort als bisher. Das wurde am Samstag für Kaffee und Kuchen und abends für zwei Spanferkel genutzt. Und vor allem die Glocke soll wie einst um 18 Uhr die Kinder des Dorfes daran erinnern, nach Haus zu kommen.

Von Burkhard Ohse

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