Rade: Nach Kapellen-Plünderung laufen Bemühungen um Ersatz

Glocke war nicht versichert

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Die Stadt Wittingen und der Rader Ortsvorsteher sind derzeit bemüht, die bei der Kapellen-Plünderung entstandenen Schäden zu korrigieren.

Rade. Sechs Wochen ist es her, dass die Plünderung der Rader Kapelle entdeckt wurde. Die Glocke weg, das Bronzekreuz weg, dazu auch viele kleinere Gegenstände wie Kerzenleuchter oder Friedhofsgeräte. Große Betroffenheit, Rade im Fernsehen.

Jetzt ist klar: Einen großen Teil des Schadens muss die Stadt Wittingen aus ihrer eigenen Kasse bezahlen. Derweil laufen schon die Bemühungen um Ersatz.

„Die Glocke ist nicht versichert, das Kreuz auch nicht“, bestätigt Stadtbürgermeister Karl Ridder. Das gelte auch für einen Teil der übrigen Beute. Hingegen zahle die Versicherung für den Schaden an den Türen, die von den Tätern aufgebrochen wurden.

Sven Zaft, der im Bauamt mit der Angelegenheit befasst ist, erläutert, dass die im Freien angebrachten Objekte für eine Kommune gar nicht versicherbar wären. Den Gesamtschaden kann er noch nicht beziffern, denn für den ist vor allem maßgeblich, was für die Wiederbeschaffung von Glocke und Kreuz ausgegeben werden müssen. „Wir sammeln gerade Angebote“, sagt Zaft.

Dafür sind Glockengießereien kontaktiert worden. Die Stadt ist verpflichtet, mindestens drei Angebote einzuholen und zu vergleichen. Es dürfte wohl auf eine nicht gerade niedrige vierstellige Summe für ein neues Geläut hinauslaufen.

Auch beim Kreuz kommt es darauf an, welcher Art die Ersatzbeschaffung sein wird. 3000 Euro werden wohl für die gestohlenen Geräte fällig, um etwa dieselbe Summe dürfte es bei den Türen gehen. Die Putzschäden in der Kapelle, die durch den Diebstahl der Leuchter entstanden sind, hat die Stadt schon in Eigenregie beseitigt.

Neue Leuchter hat die Stadt laut Wilfried Korth auch schon besorgt. Der Ortsvorsteher ist froh, dass es bei der Aufarbeitung und Beseitigung der Schäden eine „gute Kommunikation“ mit der Stadt gibt: „Das ist positiv im Fluss.“

Im Rathaus ist man sich bewusst, dass der Friedhof und seine Kapelle für den Ort eine wichtige Sache und eine emotionale Angelegenheit sind: „Die Radener werden ihre Glocke nicht missen wollen“, sagt Ridder zu den Bemühungen um Ersatz.

Laut Korth sind die diesbezüglichen Vorstellungen des Ortes der Verwaltung bereits vorgetragen worden. Nach seinen Informationen werden die damit verbundenen Investitionen demnächst den zuständigen Fachausschuss beschäftigen. Korth hofft auf ein positives Votum.

Einen Termin für eine Einweihung der neuen Glocke gibt es noch nicht. Kann es auch noch gar nicht geben, denn zuvor müssen noch Preisvergleich, Vergabe, Produktion und Lieferung erfolgen. Das dürfte noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Von den Tätern, die all das ausgelöst haben, hat die Polizei nach wie vor keine Spur.

Von Holger Boden

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