Vier Prozent sind schon dabei

Glasfaser: Die ersten Nordkreisler haben unterschrieben

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Für 380 Personen war bestuhlt, und nicht viele Plätze blieben frei: Gut 330 Zuhörer kamen zur ersten Breitband-Information von GIFFInet in der Wittinger Stadthalle.

Wittingen – Mancher Bürger im Nordkreis muss nicht mehr davon überzeugt werden, einen Anschluss an das geplante Glasfasernetz von „GIFFInet“ zu buchen: Vier Prozent der Haushalte im ersten Vermarktungscluster (Gemeinden Sprakensehl, Hankensbüttel, Obernholz und Stadt Wittingen) hätten das bis Montagabend dieser Woche bereits getan, berichtete Landkreis-Wirtschaftsförderer Jörg Burmeister am Mittwochabend in der Wittinger Stadthalle.

Rund 330 Bürger verfolgten dort die erste Info-Veranstaltung des Landkreises Gifhorn und seines Partners net services.

Landrat Dr. Andreas Ebel warb bei den Zuhörern engagiert dafür, die Möglichkeit eines kostenlosen Glasfaseranschlusses zu nutzen: „So ein Anschluss kostet Sie sonst rund 3000 Euro.“ In das 60-Millionen-Euro-Projekt fließen 15 Millionen vom Bund und 5 Millionen vom Land Niedersachsen.

Wer das Angebot in Anspruch nehmen will (40 Prozent der Haushalte im Cluster werden benötigt), muss einen Vertrag über einen der vier GIFFInet-Tarife abschließen und bindet sich zunächst für zwei Jahre. Weil die alte Kupferkabel-Anbindung der Haushalte bestehen bleibt, könnte jeder theoretisch nach Ablauf dieser Zeit auch wieder aus dem Hochgeschwindigkeits-Internet mit bis zu 1000 MBit/s (Download) aussteigen – dass das jemand wollen wird, glaubt zumindest beim Landkreis niemand. Nach einer gewissen Frist werden Kunden auch die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern haben, weil gemäß der Förderbedingungen ein „offenes“ Netz geschaffen wird.

Die Regeln verbieten dem Landkreis auch, die derzeit offiziell noch gut versorgten Gebiete (mehr als 30 MBit/s) anzuschließen. Finden sich in diesen so genannten „schwarzen Flecken“ genügend interessierte Haushalte, sodass ein Ausbau sich lohnt, dann könnte net services als Unternehmen auch dort tätig werden. Der Bedarf würde per Interessenbekundungsverfahren ermittelt werden.

Ein GIFFInet-Vertreter erläuterte, dass der neue Anschluss ab der Freischaltung kostenlos genutzt werden könne, bis der Altvertrag eines Haushalts ende. Danach greife der neue Tarif. Die bestehenden Telefonnummern könne man mitnehmen, „auch die dreistelligen“. Ein vorhandener Router könne prinzipiell genutzt werden, sofern er auf die hohe Netzgeschwindigkeit ausgelegt sei.

Das Publikum hatte viele weitere Fragen. Mit GIFFInet fernsehen? Ja, aber nur mit zusätzlicher Hardware und für 10 Euro extra im Monat, dafür gibt’s auch Filme in 8k-Qualität. Einen einmal gewählten Tarif upgraden? Geht. Etwaige längere Verkabelung im Haus? Muss man selbst bezahlen.

Die kostenlose Erschließung eines Hauses gilt für einen Abstand von bis zu 20 Meter zur Grundstücksgrenze. Die Kosten für jeden zusätzlichen Meter bezifferte Ebel auf 30 bis 60 Euro. Wem das trotz des hohen Wertes des Anschlusses zu viel Geld sei, der könne zur Not „auch selbst das Loch graben, das geht auch“.

VON HOLGER BODEN

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