„Mobilität ein wichtiger Faktor“

Gifhorn: Kreisstraßensanierung in 2016 auf Agenda

+
Die Kakerbecker Straße gehört zu den Kreisstraßen, die dieses Jahr „angefasst“ werden.

Landkreis Gifhorn. Die Flüchtlingskrise wird auch dieses Jahr eines der beherrschenden Themen im Landkreis Gifhorn sein. Das sagte Landrat Andreas Ebel im IK-Gespräch. Bis zum März muss der Kreis noch 2100 Asylsuchende unterbringen.

Landrat Andreas Ebel

Im Laufe des Jahres dürfte der Zustrom nicht geringer werden. „Das wird uns sehr stark belasten“, erklärt der Landrat, der auch die Samtgemeinden in die Pflicht nimmt. „Wir kriegen das nur gemeinsam hin.“ Die große Herausforderung, die Zuwanderung nach Deutschland zu meistern, dürfe nicht dazu führen, die Menschen im Landkreis zu vernachlässigen. „Wir müssen Land und Leute im Blick behalten“, sagt Ebel. Schließlich sei es sein Ziel, „die Qualität im ländlichen Raum zu erhalten und zu verbessern“.

Das Hauptaugenmerk gilt 2016 der Mobilität. Die sei im ländlichen Raum ein wichtiger Standortfaktor, so Ebel. Der Lückenschluss der A 39 werde definitiv kommen, ist sich der Landrat sicher. In den nächsten Monaten sollen die ersten Bauabschnitte auch im Bundesverkehrswegeplan auftauchen.

Nachdem in den letzten Jahren verstärkt in die Sanierung der Schulen im Landkreis investiert worden war, soll nun die Qualität der Kreisstraßen verbessert werden. „Es gibt auf den über 400 Kilometern Kreisstraßen einen Investitionsstau“, verdeutlicht Ebel. „Um sie für die Zukunft zu erhalten, besteht dringender Handlungsbedarf.“ Zudem hält Ebel am Ausbau des Radwegenetzes und dessen sinnvoller Vernetzung im Landkreis fest.

Als gute Mobilitäts-Alternative sieht Ebel den Bürgerbus. Das Vorhaben sei auf einem guten Weg, ein Streckenplan stehe fest. Eine Förderung für den Bürgerbusverein wurde in den Haushalt eingestellt.

Ein besonderes Anliegen ist für Ebel, dass jugendlichen Fahranfängern die Möglichkeit gegeben wird, ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. In Schweden habe die Pflicht zu einer solchen Maßnahme bereits dazu geführt, dass die Unfallzahlen junger Fahrer stark zurückgingen. Zwar könne das Fahrsicherheitstraining nicht verpflichtend eingeführt werden. Der Landkreis wolle durch einen Zuschuss aber das Bewusstsein dafür schaffen, sich durch ein Training auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr vorzubereiten.

Für mehr Sicherheit ist geplant, die Straßenbegrenzung der K7 zwischen Hankensbüttel und Wesendorf mit einem perforierten Randstreifen auszustatten. Gerade auf diesem Abschnitt habe es sehr viele Unfälle gegeben, meint Ebel. Unaufmerksame Fahrer werden beim Befahren der Ränder durch die perforierten Randstreifen akustisch gewarnt. Ebel: „Wir prüfen derzeit, ob dies die Fahrsicherheit erhöhen könnte.“

Genauso wichtig wie das Auto im Wegenetz sei der Breitbandausbau für die Mobilität im weltweiten Datennetz. Derzeit ermittelt der Landkreis im Dialog mit den Gemeinden, wie groß der Bedarf für einen Ausbau ist. Zwei Modelle zur künftigen Versorgung werden geprüft. Der Ausbau sei für das nächste Jahr geplant, so Ebel.

Leichter will auch die Kreisverwaltung erreichbar sein. Der barrierefreie Zugang zum Schloss Gifhorn und in den Rittersaal soll in diesem Jahr begonnen werden. Eine Überarbeitung der Homepage ist in Vorbereitung.

Von Matthias Jansen

Mehr Lokalnachrichten heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare