Leitbild-Update: Arbeitskreis Wirtschaft sieht zusätzliche Jobs als essenziell für Wittingen an

Gewerbeflächen in Wittingen verschenken?

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Im Hafen sollen bald zusätzliche Gewerbeflächen ausgewiesen werden – der Leitbild-Arbeitskreis fordert eine intensivere Vermarktung solcher Areale, für die Stadt ist die Akquise schon seit Jahren ein Dauerthema.

Wittingen. Die Stadt Wittingen arbeitet am Update für ihr Leitbild – und zum Auftakt der Arbeitskreissitzungen zeichnete die für das Thema Wirtschaft zuständige Gruppe für einige Themenbereiche zunächst einmal so etwas wie ein Leid-Bild.

Die Diagnose der kleinen Runde: Bei der Belebung der Innenstadt ist inzwischen dringender Handlungsbedarf, es fehlt an Gewerbeflächen, und es müssen mehr Arbeitsplätze her, vor allem auch für Akademiker.

„Zurzeit wird es schlimmer statt besser“, sagte Jutta Pape, seit November stellvertretende Ortsbürgermeisterin, mit Blick auf die Zahl der leerstehenden Läden. Peter Bode, Inhaber einer Design-Agentur in der Lessingstraße, forderte beim Bemühen um mehr Arbeitsplätze ein offensiveres Werben um neue Firmen – und verwies auf das Beispiel von Kommunen, die inzwischen Gewerbeflächen an Neuansiedlungen verschenken. Die Hagenerin Regina Schulze, die gerade ihr Studium beendet hat, beklagte, dass Wittingen und seine Umgebung kaum Stellen für Hochschul-Absolventen böten: „Für studierte Leute gibt’s hier gar nichts.“

Deutlich wurde auch: All diese Aspekte hängen zusammen. Ein umfangreiches Angebot in vielen Segmenten kann die Innenstadt nur dann bieten, wenn es für die Vertreter der jeweiligen Branchen wirtschaftlich darstellbar ist. Das geht nur, wenn ausreichend Kaufkraft vorhanden ist – und die Kunden die Angebote der Innenstadt dann auch tatsächlich nutzen.

In dieser Hinsicht hatte Uwe Peesel, Vorsitzender des Knesebecker Gewerbevereins, das Gefühl, dass da Luft nach oben ist, und dass viele Einkäufe eher in umliegenden Städten wie Wolfsburg getätigt werden. Die offensichtliche Konkurrenz durch das Internet wurde an diesem Abend noch nicht einmal angeschnitten.

Eine Gemengelage, in der es auch der Wirtschaftsförderung der Stadt schwerfällt, neue Einzelhändler oder Filialisten nach Wittingen zu holen. Stadtbürgermeister Karl Ridder betonte in der letzten Woche auf IK-Anfrage, dass entsprechende Bemühungen dauerhaft laufen. Die Akquise von Firmen sei aber nach wie vor „ein schwieriges und mühsames Geschäft“.

Von Holger Boden

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