Wittinger Nordkreismesse: Was, wenn ein attraktiver Arbeitgeber die Fläche haben will?

Gewerbe-Areal oder Messegelände?

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Werbung für Wittingen: die Nordkreismesse. Aber noch fehlt den Ausstellern langfristige Planungssicherheit.

Wittingen. Nach der Nordkreismesse ist vor der Nordkreismesse – den Erfolg der jüngsten Auflage wird das Aussteller-Team im kommenden Jahr gern wiederholen wollen.

Die Großveranstaltung hat sich am Wochenende einmal mehr als Publikumsmagnet par excellence erwiesen, eine fünfstellige Besucherzahl strömte nach Wittingen. Darunter dürften zahlreiche Gäste gewesen sein, denen die Stadt und das Isenhagener Land als Gewerbestandort bisher eher kein Begriff war.

Kein Grund also, in den nächsten Jahren vom Erfolgsrezept abzuweichen. Allerdings: Über der Messe schwebt stets das Damoklesschwert eines möglichen Verkaufs der Messefläche. Denn dabei handelt es sich um ein ganz normales Gewerbe-Areal und (noch) kein lupenreines Messegelände – und Politik und Verwaltung, die gehalten sind, mit städtischem Eigentum möglichst sinnvoll umzugehen, wären freilich vor Entscheidungen gestellt, wenn eine interessante Anfrage für eine Unternehmens-Ansiedlung kommen sollte. Das kann theoretisch jederzeit der Fall sein.

Ein Kaufinteresse ist jüngst negativ beschieden worden (das IK berichtete), weil – so verlautete aus Reihen der Politik – die vorgesehene Nutzung an der betreffenden Stelle als nicht passend erschien. Doch selbst wenn es mal besser passen sollte: Die Stadtväter müssen die mögliche Ansiedlung und die Einnahme abwägen gegen den Imagegewinn, den die Messefläche Wittingen ermöglicht.

Die Interessenlage der Ausstellergemeinschaft ist klar: „Wir sind natürlich daran interessiert, dass es auf der Fläche weitergeht“, sagt Mit-Initiator Karlheinz Glaubitz. Er verweist auch auf andere Nutzungen des Areals, etwa für das Bockbierfest oder Zirkusvorstellungen, und meint: „Aus der Fläche kann man vielleicht sogar noch mehr machen.“ Der andere Motor der Ausstellung, Arnd Meyer jun., verweist ebenfalls auf die vielfältige Nutzbarkeit des Geländes. Beide betonen, dass die Messe eine Werbung für Region sein solle und jährlich eine schwarze Null schreibe. Die Messegemeinschaft bilde keine Rücklagen, daher könne ein Kauf durch das Aussteller-Team kein Thema sein.

Im Rathaus ist man sich der positiven Außenwirkung der Nordkreismesse und des vielfachen Potenzials der Fläche bewusst. Mit den Märkten an der Celler Straße gebe es eine gute Symbiose, meint der Erste Stadtrat Peter Rothe. Wenn es einmal um einen Verkauf gehen würde, dann müsse man sich die Frage stellen, ob Alternativen zu dem Gelände existieren. Ein Event dieser Art könne sonst „schnell weg“ sein.

Was sagt die Politik? „Da ist noch nicht richtig drüber geredet worden“, heißt es unisono von SPD/FWG/Grünen wie auch aus der CDU. Hans-Heinrich Koch, Sprecher des Bündnisses, kann sich mit dem Gedanken anfreunden, das Areal im Sinne der Wirtschaftsförderung freizuhalten, allerdings könne das wohl kaum zum völligen Nulltarif geschehen. Die Angelegenheit müsse mal auf die politische Agenda, gleichzeitig erhoffe er sich aber auch von den Messebetreibern eine Positionierung in dieser Sache.

CDU-Fraktionschef Walter Schulze kann sich auch vorstellen, zu einer Grundsatzentscheidung über einen Nicht-Verkauf zu gelangen. Es sei wichtig, die Fläche für Veranstaltungen freizuhalten. Wenn eine attraktive Firma sich ansiedeln wolle, müsse man gegebenenfalls über Alternativen reden.

Von Holger Boden

Bilder von der Nordkreismesse 2013

Das war die Nordkreismesse (Teil 1)

Das war die Nordkreismesse (Teil 2)

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