Wittingen: Amtshandlungen und Gottesdienste gesichert

Vakante Pastorenstelle: Das Gemeindeleben geht weiter

Johanna Wutkewicz und Dr. Frank Kleinschmidt gehen mit Zuversicht in die Zeit der Stellenvakanz in Wittingen. Foto: Boden
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Johanna Wutkewicz und Dr. Frank Kleinschmidt gehen mit Zuversicht in die Zeit der Stellenvakanz in Wittingen.
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Wittingen/Ohrdorf/Darrigsdorf. Geht das überhaupt? Ja, das geht, sagen Johanna Wutkewicz und Dr. Frank Kleinschmidt.

Nach dem Abschied von Meike Drude ist bei der Landeskirche in Wittingen auf absehbare Zeit eine Pastorenstelle vakant – doch ihren beiden verbliebenen Amtskollegen ist anzumerken, dass im Pfarramt nun angesichts anstehender Aufgaben weder Heulen noch Zähneklappern ausbricht.

Freilich ist die Personalsituation aus Sicht der Gemeindeglieder eng wie nie: Kleinschmidt selbst erinnert sich noch an die Zeit vor zehn Jahren, als im verbundenen Pfarramt Wittingen-Ohrdorf-Darrigsdorf dreieinhalb Planstellen besetzt waren – derzeit sind es nur noch eineinhalb. Wutkewicz mit einer halben, Kleinschmidt mit einer vollen Stelle.

Der Geistliche aus Ohrdorf hat vom Landessuperintendenten offiziell den Auftrag bekommen, die Vakanzvertretung zu übernehmen. Nicht, dass er vorher Langeweile gehabt hätte – und so wird Kleinschmidt nach eigenem Bekunden einige Aufgaben ruhen lassen müssen, die zuletzt vielleicht erwartet wurden, aber nicht zum Kerngeschäft gehören.

Die Botschaft des Ohrdorfers und seiner Kollegin aus Hankensbüttel: „Alle Amtshandlungen werden stattfinden.“ Das gelte verlässlich für Taufen und Beerdigungen ebenso wie für die Gottesdienste. Letztere sind bis Jahresende durchgetaktet, Prädikanten und Lektoren übernehmen einen Teil der sonntäglichen Termine.

Naheliegend wäre es für manches Gemeindemitglied, auf ein „Einspringen“ von Superintendent i. R. Martin Berndt zu hoffen. Doch der ist laut Kleinschmidt vom Kirchenkreis bereits als Vakanzvertretung in Weyhausen eingesetzt. Und Pastor Andreas Salefsky aus der Kirchengemeinde Zasenbeck-Radenbeck hilft derzeit im Zuge einer Schwangerschaftsvertretung in Jembke aus.

Die freie Pastorenstelle ist ausgeschrieben. Wann sie besetzt wird, weiß keiner. „Das kann dauern, das kann aber auch schnell gehen“, weiß Wutkewicz.

Doch es soll zunächst auch so funktionieren: „Das Alltagsgeschäft läuft“, versichert die Pastorin. „Wir werden auch versuchen, auf den Dörfern Präsenz zu zeigen“. Dort soll es etwa in der Adventszeit auch kirchliche Veranstaltungen geben. Angebote, die aktuell nicht gemacht werden können, seien beispielsweise die Taizé-Gebete oder gewisse Dinge im Jugendbereich, sagt Kleinschmidt. Er ist derzeit auch für die Kirchengemeinde Darrigsdorf zuständig, ansonsten sind beide Geistliche gemeinschaftlich Ansprechpartner und über das Gemeindebüro zu kontaktieren.

Die zwei Hauptamtlichen sind auch stolz darauf, dass vieles mit ehrenamtlicher Hilfe überbrückt werden kann: Der Besuchsdienstkreis trage dazu ebenso bei wie jugendliche Teamer, die in der Konfirmanden-Arbeit Verantwortung übernehmen. Gemeindebeirat und Bezirksfrauen trügen ebenfalls ihren Teil dazu bei, die Gemeinde auf Kurs zu halten, und das gelte freilich auch für die lebendige Kirchenmusik-Abteilung.

„Die Türen bleiben offen“, lautet das Fazit von Kleinschmidt und Wutkewicz. „In der Gemeinde wird jetzt nicht das Chaos ausbrechen.“

Von Holger Boden

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