Vorgehen gegen die Ausweisung an der L 286

Gemeinde Wahrenholz klagt gegen Windkraftanlagen

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Gegen die Flächenausweisung von Windenergieanlagen will die Gemeinde Wahrenholz eine Klage einreichen.

Wahrenholz – Während der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde Wahrenholz, stand auch das Thema „Flächenausweisung für Windenergieanlagen“ auf der Tagesordnung.

Dabei geht es um die Ausweisung von zwei weiteren Flächen zwischen Westerholz und Wahrenholz sowohl südlich als auch nördlich der Landesstraße 286.

Die Gemeinde Wahrenholz hat schon mehrfach Stellungnahmen dazu beim Regionalverband Braunschweig (RVB) eingereicht, die bisher nicht akzeptiert und immer wieder abgelehnt wurden, sagte Bürgermeister Herbert Pieper (CDU). Die Gemeinde ist nun fest entschlossen, ein Klageverfahren einzuleiten, um den Bau der Windenergieanlagen (WEA) vor allem nördlich der L 286 zu verhindern.

Rat und Verwaltung der Gemeinde sehen durch die Ausweisung und den Bau der beiden WEA nördlich der L 286 für die nächsten Jahrzehnte keine Möglichkeit mehr in der Ausweisung zukünftiger Baugebiete in westlicher Richtung. Schon jetzt reicht der 1000-Meter-Abstand der geplanten WEA bis an die äußere Peripherie des Ortsrandes und würde zahlreiche Grundstücke durch Lautstärke und Schattenschlag beeinträchtigen, sagte Pieper und stellte den Tagesordnungspunkt zur Aussprache.

Ratsherr Ernst Pape (UfW) sagte, dass er sich schon seit zehn Jahren mit der Materie dort beschäftige und den Bau der WEA befürworten würde, da man doch aus Klimaschutzgründen zukünftig auf die erneuerbaren Energien setze. Er sehe überhaupt keinen Grund in einem Klageverfahren, sondern würde sich mehr und mehr auf Freiflächen innerorts konzentrieren, um durch Lückenbebauung Wohnraum zu schaffen.

Bärbel Schulze (UfW) lehnte den Vorschlag ab und sagte, dass man die noch vorhandenen Freiflächen im Ort so bestehen lassen sollte, da sie doch den dörflichen Charakter des Ortes besonders deutlich herausstellen würden. Ernst Storm (CDU) unterstützte Schulze und machte auf die zukünftige Dorfentwicklung aufmerksam, die man durch den Bau der beiden WEA völlig verbauen würde.

Jakob Drees (Grüne) sagte, dass er grundsätzlich keine WEA mehr in Wahrenholz haben möchte, da sie auch südlich der L 286 die Natur erheblich beeinträchtigen würden. Dort nistet der Schwarzstorch, durchziehende Kraniche und andere Vögel machen Station dort, was zu erheblichen Einschränkungen führen würde, sagte Drees. Und Bürgermeister Herbert Pieper ergänzte, dass er bereits mit der Samtgemeinde Meinersen und der Gemeinde Seershausen Verbindung aufgenommen habe, da auch dort ein Klageverfahren ins Haus steht, um eventuell gemeinsam vor das Verwaltungsgericht zu ziehen und den Ausbau der WEA an diesen Stellen abzuwenden.

Schlussendlich stimmte der Rat bei einer Gegenstimme dem Beschlussvorschlag über die Ausführung eines Klageverfahrens gegen die Flächenausweisung zu.

VON HANS-JÜRGEN OLLECH

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