Auch bei Kinderarmut gibt es im Landkreis Gifhorn ein Nord-Süd-Gefälle

Das Geld reicht nicht

Vor allem Kinder von Alleinerziehenden sind von Armut bedroht. Foto: Archiv

Landkreis Gifhorn. „Insbesondere Kinder von Alleinerziehenden sind von Armut betroffen“, weiß Cornelia Scheller, Geschäftsführerin des Gifhorner Kreisverbandes des Kinderschutzbundes. Die allermeisten Alleinerziehenden seien Frauen.

Immer wieder höre sie von Fällen, bei denen der oder die Alleinerziehende arbeiten gehe, das Geld jedoch vorne und hinten nicht reiche. „Die Menschen müssen dann zum Amt und Mittel zur Aufstockung beantragen. “ Der Kinderschutzbund selbst habe einen kleinen Fonds zur Hilfe, beispielsweise zur Anschaffung von Schulmitteln, so Scheller.

Auch die evangelische Kirche hat ihre Erfahrungen: In manchen Familien reiche das Geld nicht, damit die Kinder an der Konfirmandenfreizeit teilnehmen können. „Das sind dann auch die Fälle, bei denen Kinderarmut bei uns ein Thema wird“, berichtet Michael Thiel, Superintendent des Kirchenkreises Gifhorn. In solchen Angelegenheiten habe man immer eine Lösung gefunden. Schwieriger werde es, wenn es um Kindergarten-Beiträge gehe.

Was die Armutsgefährdung bei Kindern im Landkreis angeht, gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. Während in der Gemeinde Tappenbeck laut Sozialbericht 2012 kein Kind in einer Bedarfsgemeinschaft lebte, war in der Gemeinde Wesendorf fast jedes fünfte Kind (18, 1 Prozent) betroffen. Auch die Gemeinden Hankensbüttel (16, 7 Prozent), Wahrenholz (15, 1 Prozent) und Steinhorst (14, 7 Prozent) sowie die Stadt Gifhorn (16, 5 Prozent) selbst hatten in dem Berichtszeitraum einen hohen Anteil an Kindern in Bedarfsgemeinschaften.

Die stärksten Zuwächse im Vergleichszeitraum listet das Zahlenwerk der Gifhorner Kreisverwaltung in den Gemeinden Schönewörde (plus 3, 8 Prozentpunkte) und Hillerse (plus 2, 2 Prozentpunkte) auf. In den Gemeinden Parsau (minus 4 Prozentpunkte), Adenbüttel (minus 2, 7 Prozentpunkte) und Isenbüttel (minus 2, 5 Prozentpunkte) wurden die stärksten Rückgänge verzeichnet.

Von Jens Schopp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare