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Geld dazu beim Altbau-Kauf?

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Von: Holger Boden

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Viele alte Gebäude: die Wittinger Innenstadt von oben.
Die Stadt hat bei der Förderrichtlinie nicht nur, aber besonders die Altstadt im Blick. © Gerlach, Paul

Wittingen – Kommt dieses Jahr die Förderrichtlinie, mit der die Stadt Wittingen dazu beitragen will, den Erwerb von Altbauten attraktiv zu gestalten? Unter dem Arbeitstitel „Jung kauft Alt“ könnten bald Zuschüsse an junge Paare und Familien fließen, die sich eine Immobilie in „gewachsener Lage“ kaufen wollen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft berät darüber in seiner Sitzung am Montag, 7. Februar (18 Uhr, Stadthalle).

Die Zielsetzung ist klar: Indem (Neu-)Bürgern beispielsweise ein Haus in der Wittinger Altstadt schmackhaft gemacht wird, erhält man die Lebendigkeit alter Wohnviertel, wirkt dem demografischen Wandel entgegen und verringert den Bedarf für zusätzliche Flächen, die in Neubaugebieten versiegelt werden müssen. Freilich bleibt es Geschmackssache, ob Hausbesitzer in spe die eher verdichtete, zentrale Wohnsituation bevorzugen oder ein Grundstück am Ortsrand.

Ob die von der Stadt geplante Förderung die Entscheidung beeinflussen kann, dürfte denn auch von den finanziellen Möglichkeiten abhängen, die die junge Familie von sich aus mitbringt. In dem Entwurf, der am Montag diskutiert werden soll, ist die Rede von einem Höchstbetrag von 1500 Euro pro Jahr, bei einer Laufzeit von sechs Jahren. Bis zu 9000 Euro also, die sich ins Budget für den Immobilienerwerb einplanen ließen.

Die Höchstsumme soll nach dem Entwurf nicht jeder bekommen. Vorgesehen ist ein Grundbetrag von 500 Euro pro Jahr. Für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr soll dann ein sogenannter Erhöhungsbetrag von 250 Euro hinzukommen. Erwogen wird zudem eine einmalige Förderung für ein Altbaugutachten, pro Objekt könnten das bis zu 1500 Euro sein.

Wie groß die Resonanz auf die Förderrichtlinie wird, weiß keiner, dafür fehlen Erfahrungswerte. Unklar ist freilich auch, wie viele Häuser, auf die die Förderung passt, überhaupt im Laufe eines Jahres auf den Markt kommen. In der Verwaltung kalkuliert man zunächst einmal mit einem Haushaltsansatz von 10 000 Euro – in dem Bewusstsein, dass diese Zahl vielleicht später korrigiert werden muss.

Und bei welchen Häusern kommt eine Förderung überhaupt in Frage? Der Entwurf sieht vor, dass „ein Altbau im Sinne dieser Förderrichtlinien“ mindestens 50 Jahre alt sein muss. Anträge sollen nur natürliche Personen stellen können, also beispielsweise keine Firmen. Über die Bewilligung, so sieht es der Richtlinienentwurf vor, soll die Stadtverwaltung entscheiden. Wie jung die jungen Paare oder Familien sein müssen, um die Förderung zu bekommen – dazu steht nichts in dem Papier.

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