Geht noch was in Ohrdorf?

Ohrdorf - Von Holger Boden. Kommt noch einmal Bewegung in die eigentlich schon beendete Diskussion über das Ohrdorfer Feuerwehrgerätehaus? Wer am Donnerstagabend die Wittinger Stadtratssitzung besuchte, musste den Eindruck gewinnen, dass das letzte Wort über Anbau oder Neubau vielleicht doch noch nicht gesprochen ist.

Auf die Tagesordnung war das Streitthema nicht gelangt. Die CDU hatte gehofft, dass der Rat die Entscheidung an sich ziehen könnte – doch das war nicht möglich, nachdem der Verwaltungsausschuss (VA) einmal ein Votum gefällt hatte. Der hatte sich für den Anbau entschieden (das IK berichtete).

Die Ratssitzung war fast vorbei, da sprach CDU-Fraktionschef Walter Schulze die Bitte aus, der VA möge doch selbst noch einmal über die Sache nachdenken und „die Entscheidung korrigieren“. Begründung: In Schönewörde zeige sich derzeit deutlich sichtbar, dass „ein ganz ähnliches Projekt“ für etwas weniger als 300 000 Euro zu bekommen sei. „Das“, so Schulze, „ist unserer Auffassung nach dicht an den Kosten für eine Sanierung in Ohrdorf“.

In der SPD habe es wegen des Gerätehauses „offenbar einige Verwerfungen gegeben“, meinte Schulze mit Blick auf den Rücktritt des Vorsitzenden Willi Fett. Der CDU-Chef forderte auch das Ohrdorfer Stadtratsmitglied Jürgen Werner zu einem Statement auf. Werner kam dem nicht nach, dafür antwortete sein Fraktionschef Hans-Heinrich Koch: Man sehe „momentan keinen Bedarf“, den Beschluss zu ändern. In den Ausschüssen habe man nur über vorliegende Kostenschätzungen abstimmen können und nicht über die Schönewörder Variante. Mit Blick auf das Radenbecker Beispiel fügte er an, man habe „auch bei einem Neubau leidlich erfahren, dass er aus dem Ruder laufen kann“.

Anders klang es aus den Reihen der FWG. Friedrich O. Winkelmann sagte: „Ich stelle die Frage in den Raum, ob wir vielleicht nicht alles bedacht haben. Wenn man eine kostengünstigere Lösung finden kann, sollte man neu nachdenken.“

Ein Handlungsauftrag für die Verwaltung war das freilich noch nicht, eine neue Vorgehensweise wurde nicht abgesteckt. Man müsse abwarten, ob aus der Mehrheitsgruppe nun noch Änderungswünsche kommen, sagte der Erste Stadtrat Peter Rothe dem IK. Die Verwaltung werde diesbezüglich noch einmal nachfragen.

Stadtbürgermeister Karl Ridder erläuterte dem Rat, dass bei einer Neuplanung durchaus Zeit bis 2011 wäre, ohne Fördergelder zu verlieren. Das Projekt in Schönewörde halte er in der Tat für vergleichbar, da es sich um Wehren mit gleichen Aufgaben handele.

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