Das geht nicht nur Wittingen an

Erste Kreisrätin Ingrid Alsleben (v.l.) mit Tafel-Mitarbeiterin Vera Krzykowski, Fachbereichsleiter Bernd-Günter Schwabe vom Landkreis Gifhorn und der Vereinsvorsitzenden Laura Osterloh. F.: bo

Wittingen. Lange Zeit hatte die Wittinger Tafel keine Lobby. Dass diese Zeiten endgültig vorbei sind, bewies gestern der Besuch der Ersten Kreisrätin Ingrid Alsleben, die sich an der Achterstraße ein Bild von der Warenausgabe für die Bedürftigen machte.

Die Tafel ist zwar rechtlich selbstständig und erhält auch kein Geld vom Landkreis, doch sah Alsleben gute Gründe für vertieften Kontakt mit der Vorsitzenden Laura Osterloh – schließlich gebe es, was die Zielgruppe angeht, viele Überschneidungen zwischen der Tafel und dem Fachbereich Soziales des Landkreises.

Mehr als 435 Bedürftige werden laut Osterloh inzwischen von der Wittinger Tafel versorgt, 251 Familien sind angemeldet, und fast täglich kommen Bedürftige hinzu. Das Einzugsgebiet, so stellte es die Vorsitzende gegenüber der Ersten Kreisrätin dar, ist mittlerweile praktisch der ganze Nordkreis.

Eine Entwicklung, die zwangsläufig zu weiteren Überlegungen führt: Osterloh und Alsleben waren sich einig, dass irgendwann einmal ein Tafel-Fahrdienst nötig werden könnte, wenn in Nordkreis-Dörfern in verstärktem Maß Armut und fehlende Mobilität zusammenkommen. Osterloh hat während des Heidmärkerfestes zudem nach eigenem Bekunden Gespräche mit Vertretern der Hankensbütteler SPD über eine mögliche Zweigstelle der Tafel im Luftkurort aufgenommen. Rund 100 Tafel-Kunden kommen aus der Samtgemeinde.

Eine koordinierende Funktion des Landkreises sah Alsleben in dieser Sache nicht gefragt – die Tafel verfüge ja offenbar selbst über gute Kontakte. Finanzielle Unterstützung durch den Landkreis sei ebenfalls nicht vorgesehen, der Kreis könne aber über seine Stiftung helfen, „wenn Not am Mann ist“. Der Ersten Kreisrätin schwebt zudem vor, den Bedürftigen ergänzende Hilfestellungen zu bieten. Zum Beispiel über die Familienbüros, die es langfristig in jeder Gebietseinheit geben soll. Dort könne man beispielsweise Kochkurse anbieten.

Auch die Tafel selbst plant weitere Hilfe zur Selbsthilfe: Im nächsten Jahr soll ein „Tafelgarten“ angelegt werden, in dem frisches Gemüse gezogen werden kann.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare