Wittinger beklagt eingeschränkte Mobilität mit Rollator bei Veranstaltungen in der Altstadt

Mit Gehhilfe kein leichtes Pflaster

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Zu viele Rillen, zu viel Rollwiderstand: Der Wittinger Peter Hampel sagt, dass Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, in der Altstadt an vielen Stellen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – wie hier auf dem Gänsemarkt.

Wittingen. Die Wittinger Altstadt ist für Senioren und Behinderte nicht immer ein einfaches Pflaster – im wahrsten Sinne des Wortes. Darauf hat jetzt Peter Hampel aufmerksam gemacht, der die Selbsthilfegruppe COPD/Lungenemphysem leitet.

Hampel ist auf einen Rollator angewiesen, und er sagt: „Leute wie ich können nicht richtig am Sommerfest teilnehmen.“

Damit zielt der Wittinger auf den Umstand ab, dass ihm und mehreren Altersgenossen schnell die Kräfte schwinden, wenn sie ihre Gehhilfen über Pflastersteine, beispielsweise in der Langen Straße, bugsieren müssen. Insbesondere im Ostteil der Altstadt-Hauptachse sowie auf dem Gänsemarkt bereite das bei Festivitäten Schwierigkeiten: „Da kommt man schnell in Atemnot.“

Hampels Wunsch: dass bei Veranstaltungen zumindest auf einer Seite der Straße der Fußweg freigehalten wird. Dass er mit seinem Anliegen nicht allein dastehe, das habe er jüngst bei einem Treffen von Vertretern verschiedener Selbsthilfegruppen erfahren. Mehr als ein Dutzend Gesprächspartner hätten dort ähnliche Probleme formuliert, und er gehe von einem großen Kreis weiterer Betroffener aus.

So dürfte es Hampel und seine Mitstreiter freuen, dass für den Martinimarkt in diesem November ohnehin schon ein anderes Konzept geplant ist. Die Buden sollen Rücken an Rücken stehen und sich nach außen hin zu den Fußwegen öffnen, wie Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg erläutert. Auf einer großen Pflasterfläche wie dem Marktplatz werde man das Problem auf diese Weise freilich nicht lösen können.

Rönneberg sieht in dem, was Hampel vorträgt, „durchaus ein Anliegen“. Man werde allerdings nicht alle Straßenbeläge ändern können. Das ist selbst im Rahmen der Städtebauförderung – nach IK-Informationen werden die Mittel fließen – nicht geplant.

Mit Blick auf das nächste Sommerfest sagt Rönneberg, der auch zweiter Vorsitzender des HGV ist, dass das Sommerfest-Konzept für 2019 noch nicht beschlossene Sache sei, und dass man Hampels Anregung gern mit aufnehmen wolle. In der Langen Straße Ost stelle sich allerdings ein grundsätzliches Problem: Stelle man die Buden dort Rücken an Rücken auf die Fahrbahn, sodass die Gehwege freibleiben, dann lasse sich die für die Feuerwehr geforderte Rettungsgasse von drei Metern Breite nicht einhalten.

Von Holger Boden

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