Lüben: Museumsfest präsentiert Historisches und Modernes in der Landwirtschaft

Garten fürs Auge und zur Nutzung

Für die kleinen Besucher gab es Interessantes im Stall. Sie konnten mit Kühen auf Tuchfühlung gehen. Fotos: Ohse

Lüben. Ein etwas anderes Bild gegenüber den bisherigen Museumsfesten in Lüben gab es gestern für die Besucher. Schweine, Puten, Kühe und vor allem viele junge Landwirte in der Ausbildung prägten die 13. Auflage.

Moderne landwirtschaftliche Maschinen ergänzten die historischen Museumsbestände. Die Schüler der Albrecht-Thaer-Schule aus Celle zeigten nicht nur, wie man heute Landwirtschaft betreibt, sondern beantworteten die Fragen der interessierten Gäste wie auch der offiziellen Besucher von Kommunalpolitiken über landwirtschaftliche Funktionäre bis zum Niedersächsischen Landvolkpräsidenten Werner Hilse und Landwirtschaftsminister Gert Lindemann.

Steffen Seevers erklärte den Werdegang der neugeborenen Kälber, Norman Buck und Hermann Reinecke führten den Melkroboter vor. „Die Kühe können sich ihre Melkzeiten selber aussuchen, je nach ihrer Milchleistung und ihrem Biorhythmus. Wurde früher morgens und abends gemolken, gibt es jetzt drei Melkvorgänge pro Tag“, erklärte Buck. Inklusive Zitzenreinigung und Milchanalyse dauert ein Vorgang knapp zehn Minuten, während die Kuh genüsslich Heu kaut“, klärten die Landwirtschaftsschüler auf.

Noch sind die kleinen Ferkel wärmebedürftig und kuscheln auf einer Wärmedecke.

Außerhalb der Ställe rekelten sich etliche Ferkel auf einer Wärmeplatte, ließen ihr Spielzeug links liegen. „Die ist 24 Grad warm, aber die Schweine sind robust“, sagte Cord Penshorn. Nebenan bei Marvin Amelung wärmten sich die Puten unter einer Heizsonne bei 25 Grad. „Sie kommen in 21 Wochen auf rund 21 Kilogramm Gewicht“, erklärte Penshorn. „Wir sind kein totes Museum. Wir haben das Historische, und das stellen wir heute dem Modernen gegenüber“, erklärte Organisatorin Marianne Wolter-Niefind. „In den vielen Fachgesprächen erklären die jungen Landwirte, wie sie den Spagat zwischen den Anforderungen der modernen Landwirtschaft, den Umweltinteressen und dem Erhalt der Dörfer schaffen“, freute sie sich. Dazu gab es Musik von Scheres Dorfmusikanten, Infos zu Holzheizungen, Biogasanlagen und nachwachsenden Rohstoffen, kunsthandwerkliche Produkte, Milchmischgetränke, Marmeladen und Imkerprodukte und gleich vor Ort etliches für den Gaumen.

In einem kurzen Theaterstück wurde Landwirtschaft einst und jetzt gegenübergestellt. Bewirtschaftete vor 100 Jahren eine 12-köpfige Familie etwa 100 Hektar, so bewältigen heute vier Menschen die dreifache Fläche. „Alle Lübener haben mitgeholfen, sonst gehst es auch nicht“, dankte Wolter-Niefind den Helfern.

Von Burkhard Ohse

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