Fusion ohne Job-Abbau

Anlaufstelle für AOK- und bisherige IKK-Kunden: Service-Center in der Junkerstraße.

Wittingen - Von Holger Boden. Ende einer Ära: Nach der Fusion der IKK Niedersachsen mit der AOK gibt es in Wittingen eine Krankenkasse weniger. Der bisherige IKK-Standort in der Spittastraße ist nun für den Kundenverkehr geschlossen. Anlaufstelle für die Kunden ist jetzt das AOK-Service-Center an der Junkerstraße.

Arbeitsplätze sollen, anders als bei vielen anderen Fusionen, nicht verloren gehen. „Alle Mitarbeiter der IKK werden übernommen, in ganz Niedersachsen“, sagt der Sprecher der AOK im Landkreis Gifhorn, Christian Seubert.

Laut Seubert werden die bisherigen IKK-Kundenberater das AOK-Team an der Junkerstraße verstärken. Was langfristig aus dem Standort an der Spittastraße werde, dazu könne man derzeit „noch keine endgültige Aussage“ machen, so Seubert – die Fusion sei ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist.

Die IKK-Arbeitsplätze bleiben offenbar nicht komplett in Wittingen. An der Spittastraße hatte die IKK Niedersachsen eine zentrale Abrechnungsstelle für Krankengeld. Die Strukturen der AOK sehen das nicht vor. Für die Mitarbeiter, die alle über ihren neuen Arbeitsort informiert seien, könne das jedoch Vorteile bringen, sagt Seubert: Einige von ihnen hätten relativ lange Anfahrtwege gehabt und könnten nun im größeren Netz der AOK-Standorte wohnortnäher eingesetzt werden.

Mit der zum 1. April vollzogenen Fusion wächst die AOK um 285 000 IKK-Kunden auf 2,45 Millionen Versicherte. Nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Peter baut die Kasse damit ihren Status als Marktführer in Niedersachsen aus. Der Jahresetat des fusionierten Unternehmens beträgt 7,3 Milliarden Euro.

Die neuen wie auch die alten AOK-Mitglieder brauchen in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag zu bezahlen. Armin Schellin, Regionaldirektor der AOK in Wittingen, verspricht auch dem Handwerk, das traditionell zur IKK-Klientel gehört, umfassenden Service. Unter anderem solle bei der AOK ein Handwerkerbeirat ins Leben gerufen werden.

Die Geschichte der IKK in Wittingen hatte 1961 mit der ersten Geschäftsstelle in Räumen der Baustoffhandlung Schnelle an der Bahnhofstraße begonnen – damals noch als „Innungskrankenkasse der Bezirkshandwerkerschaft Isenhagen“. Nicht einmal zehn Mitarbeiter habe die Versicherung seinerzeit gehabt, erinnert sich der langjährige Geschäftsführer Karl-Heinz Meyer, der 1963 zu dem Unternehmen stieß.

Es folgte eine Geschichte des Wachstums und mehrerer Fusionen: zur IKK Wittingen-Wolfsburg (1970) und zur IKK Südheide (1980) mit Integration des Uelzener Bereiches (1990) – bevor die Kasse im Zuge einer Zwangsfusion 1996 Teil der IKK Niedersachsen wurde. Auch die Geschäftsstelle wanderte mehrfach: von der Bahnhofstraße in die Neue Straße (1963), dann 1971 in die Carl-Peters-Straße, und schließlich in den 80er Jahren in die Spittastraße. Meyer führte die Geschäfte bis 1991, sein Nachfolger wurde, bis 1996, Rainer Barrenscheen.

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