Frühling lässt auf sich warten

Die Sonne konnte ihr Monatssoll durch ihren großen Auftritt in der letzten Februarwoche noch leicht überbieten. In der kommenden woche kehren Eis und Schnee noch einmal zurück in das Isenhagener Land und zum Kanal bei Gannerwinkel. Foto: Boden

Isenhagener Land. Wer den Frühling sucht, findet ihn zurzeit bestenfalls im Südwesten von Spanien. In Mitteleuropa sind milde Frühlingsgefühle bis über die Monatsmitte hinaus weit und breit nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Am nächsten Donnerstag droht uns, zwischen einem umfangreichen Hoch über dem Ostatlantik und skandinavischen Tiefdruckwirbeln, sogar wieder ein massiver Kältestrom aus der Arktis mit Schnee und Eis.

Bis dahin können wir uns, abgesehen von einigen Wolkenfeldern am heutigen Sonnabend, wenigstens über viel Sonne und trockenes Wetter freuen. Allerdings bleiben die Temperaturen auf Tauchstation: Fünf bis sieben Grad erwarten uns an den sonnigen Tagen und eisige minus fünf bis acht Grad in den klaren, teils nebligen Nächten.

Trendsetter für das Wetter im März ist der Februar. Bauernregeln zu den Namenstagen der Heiligen „Petrus“ und „Matthias“ (22./23. Februar) zeigen dies an. So heißt es: „Wenn‘s an Petri Stuhl’ Feier kalt, die Kält‘ noch 40 Tage anhalt.“ oder „Wie’s Petrus und Matthias macht, so bleibt es noch durch 40 Nacht.“ Diese Aussage ist in zwei von drei Jahren tatsächlich richtig. Sind diese Tage zudem auch noch niederschlagsfrei wie diesmal, so fällt mit 90-prozentiger Sicherheit der März auch noch zu trocken aus.

Typisch für den ersten Frühlingsmonat sind große Temperaturgegensätze. Während für die erste Hälfte spätwinterliche Kälterückfälle charakteristisch sind, kann im letzten Monatsdrittel schon mal der Sommer vorbeischauen. Ein Klassiker in dieser Hinsicht war der vergangene März, der in weniger als drei Wochen von Winter auf Sommer umschaltete. (Waldhof bei Langenbrügge am 7. März minus 16,3 Grad, am 25. März plus 23,6 Grad). Fazit: Es besteht noch Hoffnung.

Der Rückblick: Während die erste Februarhälfte von milder Atlantikluft und viel Regen geprägt war, stand die zweite Hälfte im Zeichen kalter Festlandluft und fast völliger Trockenheit. Die aus einem massiven Kälteblock über Nordosteuropa ausfließende Frostluft traf im Elbe-Weser-Raum in einer scharfen Luftmassengrenze auf milde Atlantikluft aus Südwesten.

An dieser über Tage ortsfesten Übergangszone kam es zur Monatsmitte zu zeitweisen Schneefällen, die das Isenhagener Land in ein üppiges Winterweiß tauchten. Mit leichten bis mäßigen Nachtfrösten, vereinzelt bis minus 15 Grad, landete die arktische Eisluft zwischen Aller und Elbe aber nur einen „Streifschuss“.

So schloss der Februar, gemessen am Klimamittel (1961 bis 1990), noch einen Tick zu mild ab, während die Niederschläge mit 30 bis 40 Liter/Quadratmeter teilweise deutlich zu niedrig ausfielen. Dagegen konnte die Sonne – nach langer Abwesenheit – durch ihren großen Auftritt in der letzten Februarwoche ihr Monatssoll noch leicht überbieten.

Die Winterbilanz: Der von russischen Wissenschaftlern angekündigte Jahrhundert- oder gar Jahrtausendwinter fand nicht statt. Zwar war der Dezember hinsichtlich Kälte und Schneemengen von der extremen Sorte, doch der Restwinter zeigte sich im Lichte milder Atlantikluft über weite Strecken zu zahm. So prägte der Kälteschock des Dezembers (Lüchow 5,5 Grad zu kalt) die Strenge des ganzen Winters, der im Isenhagener Land mit einer Mitteltemperatur von minus 0,7 Grad um 1,1 Grad zu kalt ausfiel. Zum Vergleich: Der vergangene Winter brachte es bei uns auf eine negative Abweichung von 2,3 Grad. Ausreichende Schnee- und Regenfälle sorgten für ausgewogene Feuchtigkeit (Vorhop: 159 Liter/qm = 97 Prozent), während die Sonne mit nur 123 Stunden rund 15 Prozent zu kurz kam.

Von Reinhard Zakrzewski

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