Wittingen will Gründungsmitglied werden / Neue OHU-Struktur noch offen

Förderverein soll Elbe-Seitenkanal pushen

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Schiffsverkehr auf dem Elbe-Seitenkanal: Da geht noch mehr, meint die IHK Lüneburg-Wolfsburg.

Wittingen/Lüneburg. Die Umschlagsgeschäfte im Wittinger Hafen laufen blendend – und die IHK Lüneburg-Wolfsburg will dafür sorgen, dass der Elbe-Seitenkanal künftig noch größere wirtschaftliche Impulse für die Region bringt.

Die Kammer treibt derzeit die Gründung eines Fördervereins voran, der sich für die Ertüchtigung des Kanals stark machen soll. Die Stadt Wittingen will Gründungsmitglied werden.

Laut Stadtbürgermeister Karl Ridder hat der Verwaltungsausschuss den Schritt jetzt befürwortet. Mit einem Mitgliedsbeitrag von 250 Euro pro Jahr sei die Stadt mit im Boot.

Welche konkreten Ziele der Verein dann ins Visier nehmen wird, das ist laut Martin Exner, bei der IHK für Standortpolitik zuständig, noch offen: „Das müssen dann die Mitglieder entscheiden.“ Der Einsatz für den Ausbau des Nadelöhrs Scharnebeck sei sicher der „prägnanteste“ der absehbaren Diskussionspunkte. Doch darauf müsse man sich freilich nicht beschränken: „Da kann vieles aufgegriffen werden, auch eine Ertüchtigung der Hafenstrukturen.“ In Wittingen wird man das gern hören.

Laut Exner könnte möglicherweise irgendwann einmal auch die Erhöhung der Brücken eine Rolle spielen, um dreilagigen Containertransport zu ermöglichen. Angesichts der aktuellen Finanzlage des Bundes sei das aber eher ein „Fernziel“. Die Gründung des Vereins könnte im Frühjahr über die Bühne gehen.

Die Stadt Wittingen hat in diesem Jahr 45 000 Euro Planungskosten für eine Hafenerweiterung im Haushalt. Für das Millionenprojekt werden Fördermittel aus der großen Politik unverzichtbar sein – das „Trommeln“ eines breit aufgestellten Vereins käme da gerade recht.

Unterdessen ist nach wie vor nicht endgültig geklärt, welche Anteilseigner-Struktur die Hafen-Umschlagsgesellschaft OHU künftig haben wird. Die OHE will bekanntlich ihre Anteile verkaufen (das IK berichtete). Nach Vorgesprächen zeichnet sich laut Ridder ab, dass die Rhenus AG, bisher wie OHE und Stadt zu einem Drittel beteiligt, künftig die Mehrheit halten will. Ein Vertragsentwurf zur Übernahme des OHE-Drittels liege der Stadt aber noch nicht vor. Von der Pressestelle der Rhenus AG war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Ob auch die Stadt im Zuge der Neustrukturierung ihre Anteile aufstocken könnte, ist laut Ridder „bisher nicht diskutiert“ worden. Klar sei, dass man das operative Geschäft in den Händen von Rhenus für bestens aufgehoben halte. Die Stadt wolle aber Möglichkeiten der Mitgestaltung in wichtigen strategischen Fragen.

Das wachsende Geschäft im Hafen wurde zuletzt auch von den Dezember-Zahlen unterstrichen: Der letzte Monat des Jahres 2013 war mit 11 230 Tonnen Schiffsumschlag stärker als der November (10 522). Bei der Gesamtmenge übertraf das Jahr 2013 das Vorjahr mit rund 379 000 Tonnen um fast 36 000 Tonnen. Zu einem großen Teil ist dafür auch der Gasöl-Umschlag der Firma Hoyer verantwortlich: Der stieg um rund 18 800 auf 100 500 Tonnen. Dieser Zuwachs macht mehr als 50 Prozent der Gesamtsteigerung aus.

Von Holger Boden

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