Ruheständler Werner Sannwald richtet Fahrräder her und spendet sie an Asylbewerberunterkunft

Knesebeck: Flüchtlingsarbeit in heimischer Werkstatt

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Werner Sannwald mit den von ihm renovierten Fahrrädern.

swk Knesebeck. Der Knesebecker Werner Sannwald, seit 15 Jahren im Ruhestand, ist durch Zufall an eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gekommen:

Das Herrichten und Ausliefern von Fahrrädern an die Flüchtlinge in der Unterkunft auf dem ehemaligen Kasernengelände bei Ehra-Lessien.

Von Berufs wegen ist Sannwald gelernter Kfz-Mechaniker mit Meistertitel. 30 Jahre war er zudem Fachlehrer an der BBS II in Gifhorn, ehe er seinen Ruhestand antrat. Die Idee, anderen Menschen zu helfen, ist entstanden, als er von der Stadt Wittingen ein Fahrrad zurück bekam, das er als „Fundsache“ dort abgegeben hatte. Daraufhin machte er es sich zur Aufgabe, nichtverkehssichere Fahrräder, die ihm aus seinem Bekanntenkreis zur Verfügung gestellt wurden, wieder in einen Topzustand zu bringen. Die Ersatzteile lieferte ihm – ebenfalls kostenlos – die Firma Lilie in Knesebeck.

Sannwalds Idee war es, seine Räder den Menschen auf dem Kasernengelände in Ehra-Lessien zu liefern, da die nächste Einkaufsmöglichkeit dort rund vier Kilometer entfernt liegt. Die Freude sei unter den Asylbewerbern riesengroß gewesen, als er mit seinen ersten zehn fertigen Fahrrädern dort ankam, berichtet Sannwald. Das habe ihn motiviert, weiter zumachen. Verständigungsschwierigkeiten bei seinen Besuchen der Flüchtlinge habe es keine gegeben. „Es wurde mit Händen und Füßen geredet“, sagt Sannwald.

Bei einem Treffen der Vereine und Verbände der Gemeinde Ehra-Lessien und der Samtgemeinde Brome habe ihm auch Ehra-Lessiens Bürgermeisterin Jenny Reissig ausdrücklich ihren Dank für seine Spenden und seinen Einsatz ausgesprochen, erzählt der Ruheständler. Die nächsten sechs verkehrstüchtigen Fahrräder sind bereits fertig und werden in den nächsten Tagen von Sannwald an die Flüchtlinge ausgeliefert.

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