Belegung wohl ab Mitte Februar

Wittingen: Flüchtlinge in die Hermann-Löns-Schule

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Vorbereitung der Flüchtlingsunterkunft: Aus diesem Umzugswagen wurden gestern Einrichtungsgegenstände in die Wittinger Hermann-Löns-Schule gebracht.

Wittingen. Nun ist es amtlich: In der leerstehenden Hermann-Löns-Schule in Wittingen werden Flüchtlinge untergebracht, nach Angaben des Landkreises Gifhorn voraussichtlich ab Mitte Februar.

Anwohner beobachteten gestern, wie Betten, Spinde, Tische und Stühle von Mitarbeitern eines Wolfenbütteler Qualifizierungsunternehmens in das Schulgebäude und die Sporthalle geräumt wurden.

235 Menschen sollen nach Angaben der Ersten Kreisrätin Evelin Wißmann in der Einrichtung Platz finden. An den Plänen, die Schule für Zwecke der benachbarten IGS umzubauen, werde gleichwohl festgehalten: Im Sommer solle die Sanierung beginnen. Bis dahin solle die Schule für die „Übergangszeit“ zur Flüchtlingsunterbringung genutzt werden. Wißmann schränkt allerdings ein: Die Sporthalle könne bei Bedarf möglicherweise auch über den Sommer hinaus als Unterkunft dienen, während das Schulgebäude umgebaut werde.

Anwohner in der Rammestraße kritisierten gestern die Informationspolitik des Landkreises. Zwar sei schon länger im Gespräch, dass die ehemalige Förderschule zur Aufnahme von Flüchtlingen genutzt werden könnte – doch hätte man erwartet, als Nachbarn informiert zu werden, wenn es tatsächlich akut werde. Eine Anwohnerin fürchtete um die Ruhe in der Straße: „Ich will nicht, dass hier Flüchtlinge einziehen.“

Wißmann betonte gestern, die Belegung von Turnhallen als Unterkünfte sei „nichts, worüber der Landkreis sich freut“. Und: „Hätten wir eine andere Möglichkeit, hätten wir sie genutzt.“

Der Handlungsdruck ist groß. Zurzeit hat der Landkreis nach Angaben der Ersten Kreisrätin 1200 Flüchtlinge im Kreisgebiet untergebracht (die rund 800 Menschen im Lessiener Aufnahmelager nicht mitgerechnet), für 2000 weitere müsse bis Ende März Wohnraum gefunden werden: „Das sind wöchentlich 150 bis 200 Menschen.“ Die dezentrale Unterbringung stößt damit an Grenzen. Wißmann: „Wir brauchen jetzt großräumige Lösungen.“

In der Schule soll es eine Betreuung für die Flüchtlinge geben. Der Kreis will damit das Unternehmen European Homecare beauftragen. Zur weiteren Ausstattung sollen Duschcontainer geliefert werden.

Laut Wißmann werden die 235 Personen auf die von Wittingen zu erfüllende Quote angerechnet. Bis Ende März sollte die Stadt Wohnraum für weitere 125 Menschen finden. Dafür braucht die Stadtverwaltung nun vorerst nicht auf die Suche zu gehen.

Von Holger Boden

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