Die Fledermaus umsiedeln?

Darrigsdorfs Ortsvorsteher Holger Reiche (v.l.), die Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp, Umweltminister Hans-Heinrich Sander und Stadtratsmitglied Friedrich Lührs studieren bei Wollerstorf die A 39-Planskizzen. Foto: Boden

Wollerstorf/Gannerwinkel. Man werde ihn an seinen Worten messen, bekam Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander am Donnerstag in Gannerwinkel mit auf den Weg nach Hannover.

Zuvor hatte der FDP-Politiker sich die Kritik der Bürger an der A39-Planung im Bereich nordwestlich von Wittingen angehört und erstaunliche Eingriffsmöglichkeiten skizziert: Die Orte am Kanal sollen nicht auch noch durch Flächenverbrauch für Ausgleichsmaßnahmen belastet werden – und vielleicht könne man sogar die Fledermaus im Malloh umsiedeln, um dort den Weg für die Tank- und Rastanlage (TuR) freizumachen.

Beim Ortstermin zwischen Wollerstorf und Wentorf, dort, wo die Tankstelle einmal stehen soll, war Sander von Lokalpolitikern und Bürgern aus Darrigsdorf, Wollerstorf und Gannerwinkel umringt und ließ sich den Streckenverlauf der Autobahn erklären. Der Darrigsdorfer Jörg Schulze erinnerte den Minister bei dieser Gelegenheit an die Maßgabe, mit der er, Sander, sein Amt einmal angetreten habe: dass der Flächenverbrauch bei Großprojekten so gering wie möglich gehalten werden solle. Der Landespolitiker erklärte, er stehe dazu nach wie vor – und brachte ein Modellprojekt ins Spiel, das dafür sorgen könne, dass landwirtschaftliche Flächen neben der Autobahn (rund 200 Hektar) nicht auch noch für Ausgleichsmaßnahmen Platz machen müssen.

Solche Maßnahmen könnten laut Sander zum Teil auch genau dort umgesetzt werden, wo die Stadt Wittingen die TuR gern hätte: im Malloh, am Rand des Truppenübungsplatzes: „Es reizt doch richtig, den Kiefernwald dort umzuwandeln.“ Das sei auch im Sinne des vorbeugenden Brandschutzes. Die Brandgefahr war im Planungsprozess offenbar als Argument gegen eine TuR im Malloh ins Spiel gebracht worden. Seite 3

Von Holger Boden

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