Flächen sollen nicht wachsen

Das Einkaufszentrum soll nach dem Willen des Discounters Lidl noch einmal um rund 100 Quadratmeter wachsen. Archivfoto: Boden

Wittingen. Das Thema stand im März schon einmal auf der Tagesordnung – und wurde damals noch vertagt. Doch nun forderte der Landkreis Gifhorn als Bauaufsichtsbehörde eine Stellungnahme der Stadt Wittingen zu der Backvorbereitung, die der Lidl-Markt im Einkaufszentrum an der Knesebecker Straße gerne anbauen möchte. Der Wittinger Bauausschuss hat dazu ein deutliches „Nein“ gefunden.

Das Thema war also nicht neu, rückte aber kurzfristig auf die Tagesordnung: Der Discounter will rund 100 Quadratmeter anbauen und beantragt dafür eine Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplanes. Im Vergleich zum bestehenden EKZ keine Riesenfläche – doch in der Stadtpolitik fürchtet man offenbar eine „Salamitaktik“, die zur schrittweisen Vergrößerung des Einkaufskomplexes führt.

„Wir wollen keine Erweiterung der Verkaufsflächen“, befand der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD) und erntete dafür beifälliges Nicken. Zwar geht es in dem Lidl-Antrag nach Angaben der Verwaltung um einen Bereich, in dem tiefgekühlte Brote und Brötchen aufgebacken werden sollen – doch Koch vertrat die Ansicht, dass „niemand verhindern kann, dass der Backshop in einem Jahr anders genutzt wird“.

In der Politik – das ist wohl die Botschaft der Sitzung – scheint es mittlerweile Konsens zu sein, die Verkaufsfläche in der Stadt nicht weiter anwachsen zu lassen.

Friedrich O. Winkelmann (FWG) sah angesichts des vorliegenden Antrags die Notwendigkeit bestätigt, mit der Bauleitplanung konsequenter Einfluss auf Einzelhandelsvorhaben Einfluss nehmen zu können: „Wir haben zwar ein Einzelhandelskonzept, aber ohne Satzung ist das alles nicht zwingend.“ Angesichts der aktuellen Rechtslage könne der Landkreis seiner Auffassung nach zu dem Schluss kommen, dass der Bebauungsplan die von Lidl angestrebte Erweiterung hergibt.

Durch den Anbau würden fünf Parkplätze wegfallen. Allerdings seien mit insgesamt 200 Parkplätzen ohnehin 49 mehr gebaut worden als erforderlich, hieß es im Ausschuss.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat zwischenzeitlich den Beschluss gefasst, eine Überarbeitung der Bauleitplanung auf den Weg zu bringen –dies war von der FWG gefordert worden, damit die Vorgaben des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes konsequenter umgesetzt werden können.

Dem Braunschweiger Büro Schwerdt wurde nun ein entsprechender Planungsauftrag erteilt. Die Kämmerei muss dafür Kosten in Höhe von 23 000 Euro einplanen.

Von Holger Boden

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