„Falsches Signal an die Bevölkerung“

Wittingen: Grüner Ortspolitiker fordert Umsetzung zu Bahnhofstoilette

Dixi-Klo
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Die Politik geht auf Distanz zum Dixi-Klo, fordert aber einen „richtigen“ Ersatz.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Wittingen – Das Dixi-Klo am Wittinger Bahnhof soll demnächst Geschichte sein – daher kommt nun aus Reihen des Wittinger Ortsrats die erneute Forderung nach einer echten WC-Lösung.

Das hatte schon Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg (BA) so formuliert, nun legt sein Stellvertreter Thomas Lemke (Grüne) nach.

Lemke bezieht sich auf den IK-Bericht vom 8. Februar: Das vorgezeichnete Ende der Plastik-Toilette – ein Vorschlag von Stadtbürgermeister Andreas Ritter an die Politik – sei „endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung“. Doch Lemke vermisst dabei das „Happy End“ und verweist auf Sitzungsprotokolle zu dem Thema.

So sei zur Ortsratssitzung am 27. Juni 2018 notiert worden, dass „geplant ist, das Dixi bis zur Nutzungsmöglichkeit einer anderen Toilettenanlage weiterhin bereitzustellen“. Mithin fehle nun offenkundig die zugesagte Alternative.

Geld dafür sei in den Haushalten 2018, 2019 und 2020 immer angefordert gewesen. Die Position sei dann „Jahr für Jahr verschoben“ worden. Lemke führt das auch auf eine Kostenschätzung von 40 000 Euro zurück, die er für viel zu hoch gegriffen hält. Eine günstigere Alternative sei im August 2019 vom Ortsrat empfohlen worden. Er selbst, so Lemke, habe dem Rathaus Vorschläge übermittelt, deren Kostenvolumen unter 5000 Euro lag.

Im Gespräch war zuletzt stets eine Container-Variante. 2020 fiel das Vorhaben dem Nachtragshaushalt zum Opfer, der wegen der Pandemie geschnürt wurde.

Die parallelen Überlegungen, die auf eine etwaige Nutzung des DB-Gebäudes abzielen, sieht der stellvertretende Ortsbürgermeister nicht als zielführend an. Das sehe er als „erheblich größeren Kostenfaktor“ an, und es werde „sicherlich nicht in absehbarer Zeit umgesetzt“. Die Stadt verhandelt seit Längerem mit der DB über einen Kauf der Immobilie. Einen WC-Container, so meint Lemke, könne man immer noch weiterverkaufen oder an anderer Stelle nutzen, falls aus der Gebäude-Lösung doch etwas wird.

Der Grüne fordert die Verwaltung auf, dem Protokoll-Inhalt vom Juni 2018 nachzukommen: „Ein ersatzloses Entfernen sendet für mein Empfinden ein falsches Signal an die Bevölkerung.“

Stadtbürgermeister Ritter sagt unterdessen auf IK-Anfrage, seiner Auffassung nach habe sich die Situation in Sachen Toilettenbau nicht geändert: „Wir haben kein Geld dafür im Haushalt.“ Die Politik müsse entscheiden, ob sie am Dixi-Klo festhalten wolle – Gelegenheit dazu ist am 18. Februar im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss, bevor am 25. Februar der Stadtrat den Etat verabschiedet.

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