VA beratschlagt über zusätzliche Kosten / QiN-Projekte werden fortgesetzt

Existenzgründer für Wittingen

Nach Meinung von CBM könnten Existenzgründer Wittingens Innenstadt beleben. Archivfoto: Boden

Wittingen. In erster Linie sollten die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Fremdenverkehr festlegen, welche Maßnahmen aus dem QiN-Prozess im kommenden Jahr umgesetzt werden könnten und die erforderlichen Mittel in den Haushaltsplan 2010 festlegen.

Allerdings schweifte Günter Weiß vom Institut City Brokering Management (CBM) mit seinem Vortrag etwas aus – und nach Meinung einiger Ratsherren vom Tagesordnungspunkt ab.

Weiß legte den Focus dabei auf die Maßnahme „Existenzgründer“. Im Zuges dessen habe man mit fünf Hauseigentümern Gespräche geführt, dass man nähere Angaben über die zu mietende Fläche benötige, um eine Wohnung im Internet anbieten zu können. Aber generell seien die vielen Leerstände nach Meinung von Weiß auf Strukturprobleme zurückzuführen. „Damit Bewegung in die Sache kommt, muss sich etwas tun und einer muss den Anfang machen. Existenzgründer könnten Potenzial bieten“, so Weiß. Für Filialunternehmen seien die Mietflächen in Wittingen viel zu klein.

Wie Weiß weiter ausführte, müssten die Hauseigentümer gute Konditionen, wie Mietsenkungen, bieten. „Wir haben mit zwei Hauseigentümern gesprochen, die bereit wären, die Geschäftseinrichtungen drinnen zu lassen. Dazu zählen auch Kassenanlage oder Thresen – und wir sprechen hier von einem Wert zwischen 25 000 und 30 000 Euro quasi als Geschenk“, betonte Weiß. Denkbar wäre, in Wittingen einen Laden mit Modeschmuck anzubieten, in dessen Sortiment auch Schals und Strickmützen fallen. Auch ein Treffpunkt mit Café to go wäre denkbar. „Das Projekt“, ist Weiß überzeugt, „hätte eine große Chance.“ An Eigenkapital und Materialbeschaffung kämen auf den Existenzgründer 10 000 Euro zu. Die Kosten für die Beratung, das Erstellen eines Businessplans und die weitere Betreuung würden der Stadt Wittingen in Rechnung gestellt. „Allerdings“, machte Weiß deutlich, „muss bis Mitte November eine Entscheidung fallen, weil die Hauseigentümer irgendwann das Interrieur nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen.“

Der Projektvorschlag teilte die Meinungen im Ausschuss. Vorsitzender Dr. Alfred Stein (CDU) war der Meinung, das dringender Handlungsbedarf gegeben sei, man aber von der Tagesordnung abgewichen sei – schließlich gelte es, Vorschläge zu machen. Friedrich Grebe (SPD) rief in Erinnerung, dass der Landkreis Gifhorn auch Existenzgründer unterstütze. „Das Thema Existenzgründer kann nicht der Stadt überlassen werden. Ich sehe nicht so großen Handlungsbedarf, vielmehr aber in der Strukturenänderung der Immobilien“, machte Dr. Thomas Weiland (FWG) deutlich.

Schlussendlich sprach man sich dafür aus, 13 000 Euro für das Fortführen des Projektes QiN einzusetzen, wobei in den Ausschüssen festgelegt werden soll, was umgesetzt wird. Über die 4900 Euro, die für die Arbeit der CBM anfallen würden, wolle man in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am 3. November beraten.

Von Carola Peiser

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