Nicola Falco malt Karten

Erwachsenen-Workshop bei Lübener Werkstattwoche: Kunst aus Zeitungen

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Die Oldenburger Malerin Martina Wempe (M.) erklärte beim Workshop im Rahmen der Lübener Werkstattwoche verschiedene Techniken der Acrylmalerei. Grundlage der Bilder war ein Stoff mit verschiedenen Zeitungen.

Lüben – Angefangen hat alles mit der Zeitung – genauer gesagt, mit mehreren. Denn die zwölf Teilnehmer des Erwachsenen-Workshops im Rahmen der Lübener Werkstattwoche bekamen alle einen Stoff, auf dem verschiedene internationale Zeitungen abgedruckt waren.

Daraus machten sie unter Anleitung der Oldenburger Malerin Martina Wempe unterschiedlichste Kunstwerke mit Acrylfarben.

Die Teilnehmer des von Katrin Kern organisierten Workshops kommen überwiegend aus der Region: aus Knesebeck, aus Hankensbüttel, aus Lüdelsen, aber auch aus Braunschweig. Eine ist sogar aus Leipzig angereist. „Wir arbeiten mit unterschiedlichen Techniken: Transparenten Schichten, deckenden Farben, mit Schablonen und Collagen“, erklärte Wempe. „Jeder entscheidet selbst, was er von den Zeitungen lässt, übermalt oder sogar noch betont.“ So entstehe ein Dialog – und auch der Bezug zur internationalen Werkstattwoche.

Der Dialog steht auch für Nicola Falco im Vordergrund. Er ist im italienischen Mailand geboren und aufgewachsen, lebt aber seit zehn Jahren in Braunschweig. Er nimmt zum ersten Mal an der Lübener Werkstattwoche teil und ist schwer begeistert. „Es gefällt mir total. Es herrscht einfach eine positive, konstruktive Atmosphäre“, so Falco. „Jeder achtet auf den anderen, fühlt sich für die anderen verantwortlich. Es ist einfach schön, so akzeptiert zu werden.“

Falco beschäftigt sich schon seit Jahren mit einem konkreten Motiv: Er malt Landkarten. „Atlanten haben mich immer schon fasziniert“, so der Künstler. „Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich bei meiner Oma in Sizilien angefangen, Landschaften und Straßen auf eine kaputte Wand zu malen.“ Später habe er die Bilder dann auf Papier übertragen. „Die Idee habe ich lange mit mir herumgetragen und 2011 wieder aufgegriffen.“

Seitdem analysiert der Braunschweiger diese fantastische Welt genauer und malt Landschaften oder Stadtviertel, die er sich selbst ausdenkt – etwa die Stadt Mediumlandum. „Der Name ist angelehnt an die mittelalterliche Bezeichnung meiner Geburtsstadt Mailand“, erklärte Falco. Ähnlich verhalte es sich bei der Stadt Braunsterdam – ein Konglomerat aus Braunschweig und Amsterdam. „Es ist eine Welt, auf die ich mein gesamtes Leben projiziere. Ich glaube, das wird ein lebenslanges Werk.“ Sein Ziel sei es aber, dass die Betrachter ebenfalls in diese Welt reisen können, sie erleben und sich selbst dort wiederfinden.

VON DENNIS KLÜTING

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