Geflüchtete wollen Sprache lernen / Mit B2-Niveau ist eine Ausbildung möglich

Erster A2-Deutschkurs in Wittingen

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Dozentin Birgit Otto-Geib (3.v.l.) und Lernbegleiterin Jutta Kölsch (rechts) macht das Unterrichten des neuen A2-Deutschkurses viel Freude. Die Teilnehmer sind sehr engagiert.

Wittingen. „Der Kurs gefällt mir sehr gut und wir hat sehr nette Lehrerin“. Die Sprache ist noch nicht ganz perfekt, aber die Teilnehmer des A2-Deutschkurses für Flüchtlinge in Wittingen haben jede Menge Spaß und sind an der neuen Sprache interessiert.

Ein Teilnehmer sei zuhause nie in der Schule gewesen, habe erst im Flüchtlingskurs Lesen sowie Schreiben gelernt und wolle immer besser werden, berichtet Dozentin Birgit Otto-Geib aus dem Kurs. Dieses Engagement freut sie ungemein. „Es macht Spaß und es ist wirklich eine prima Gruppe“.

Der A2-Kurs ist dieses Jahr erstmalig in Wittingen eingerichtet worden und läuft rund fünf Monate. Insgesamt sind 300 Unterrichtseinheiten, das heißt 12 bis 16 Unterrichtseinheiten in der Woche zu absolvieren, bevor es zur Prüfung geht.

Finanziert werden die Kurse durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Das Evangelische Bildungswerk Wittingen ist seit 2015 Kooperationspartner der Kreisvolkshochschule (KVHS) in Gifhorn und koordiniert in enger Abstimmung mit der KVHS die Kurse für den Nordkreis. „Wichtig ist uns, dass die Geflüchteten keine großen Wege zurücklegen müssen und eine dezentrale Unterrichtung möglich gemacht wird“, erklärt Marianka von Magnis, Koordinatorin des Bildungswerkes. So könnten im Wittinger Spitta-Haus, im Ludwig-Harms-Haus in Hankensbüttel oder im Bromer Pastor-Bammel-Haus Kurse ermöglicht werden. „Viele Menschen denken immer, so ein Flüchtlingskurs ist nicht richtig und sie wollen lieber einen Integrationskurs. Das stimmt aber so nicht. Man kann mit einem Flüchtlingskurs genauso viel erreichen wie mit einem Integrationskurs vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“, ergänzt Ricarda Riedesel, Leiterin der KVHS. Die Geflüchteten könnten ihre Sprachkenntnisse so weit vervollständigen, dass sie unter Umständen auch das B2-Niveau erreichen. Mit diesem könnten sie eine Ausbildung machen. „Gerade dieser Kurs ist auf einem guten Weg“, glaubt Riedesel.

Jutta Kölsch ist als Lernbegleiterin ehrenamtlich einmal in der Woche beim Kurs dabei und unterstützt Otto-Geib beim Unterricht sowie intensivieren des Gelernten. Dann können kleinere Gruppen gebildet werden, die individuell noch einmal betreut werden können. „Die Vertiefung ist bei dem einen oder anderen wirklich hilfreich“, bestätigt Kölsch. Dann hätten die Teilnehmer Zeit, noch einmal in Ruhe Fragen in kleinem Kreis zu stellen. Auch Otto-Geib empfindet die Lernbegleitung als sehr angenehm. „Die Teilnehmer arbeiten gerne mit Frau Kölsch. Die freuen sich immer, wenn sie kommt.“

Von Ann-Cathrin Brey

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