„10 Gebote – 10 Gemeinden – 1 Weg“: Förderer und Organisatoren kommen in Wittingen zusammen

Erste Blicke hinter den Vorhang

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Ziehen für das Kunstprojekt an einem Strang: Förderer, Künstler und Organisatoren gestern im Spittahaus.

Wittingen. „Kunst bietet die Möglichkeit, über den Tag hinaus zu denken“, betonte die Superintendentin des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Hanna Löhmannsröben, gestern im Wittinger Spittahaus.

Dort trafen sich die Förderer und Organisatoren eines ebenso spannenden wie aufwändigen Unternehmens des Evangelischen Bildungswerkes mit den Künstlern Natascha Engst-Wrede und Jürgen Eimecke. Ein wenig wurde der Vorhang angehoben, hinter dem sich noch die Werke zum Thema „10 Gebote – 10 Kirchen – 1 Weg“ verbergen – und der erste Einblick regte die Gäste zu spontanem Beifall an.

Natascha Engst-Wrede und Jürgen Eimecke erlaubten gestern Einsichten in ihr künstlerisches Vorhaben.

„Bildkunst, Tonkunst, Textilkunst, Malkunst und Sprachkunst sind Ausdrucksformen des Glaubens“, betonte Löhmannsröben, nicht alles sei Prosa und geradeaus gesagt. Pastor Hans-Angelus Meyer hob in seiner Begrüßung hervor, dass er das „Du sollst nicht...“ in den zehn biblischen Geboten für nicht kindgerecht halte. Er möchte im Konfirmandenunterricht positive und aktive Formulierungen erarbeiten. Unter anderem dieses Ziel haben sich auch die beiden Künstler gesetzt. Sie sind in die Schulen und Kirchengemeinden gegangen, um Anregungen für ihre Werke und deren Aussagen zu erhalten.

Ihre Absicht war es, die Zehn Gebote in eine zeitgemäße Ebene der Kommunikation zu rücken. So könne beispielsweise das achte Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deine Nächsten“ vom ursprünglichen Sinn einer Aussage vor Gericht in die Gegend von Handy-Gesprächen und Cybermobbing gerückt werden.

Für jedes Gebot haben die beiden Künstler ein großformatiges Bild und eine Skulptur geschaffen.

Die Projektleiterin, Marianka von Magnis, erläuterte, was mit den Kunstwerken geschehen wird. Es beginnt am 30. August in der Wittinger St. Stephanuskirche. Dort werden die ersten beiden Werke zum ersten Gebot im Rahmen einer Woche mit ökumenischem Gespräch, einem Kinder-Kunst-Projekttag, Tagen der offenen Kirche, einem Filmabend und einem Musical vorgestellt. Als nächste Station hat sich die Stephanusgemeinde in Wolfsburg-Detmerode Aktionen und Attraktionen für eine Woche einfallen lassen, wie etwa den Besuch des Imams Mohamed Ibrahim. Es folgen Stationen in Knesebeck, Weyhausen, Sprakensehl, Kreuzkirche Wolfsburg, Groß Oesingen und St. Marien in der Wolfsburger Nordstadt, bevor nach der Woche in Ohrdorf in der Wolfsburger Christuskirche alle zehn Bilder und zehn Skulpturen zu einem Gesamtkunstwerk zusammengeführt werden.

Die Künstler erhoffen sich darüber hinaus eine andauernde Nachfrage nach den Arbeiten, die über den Rahmen der Veranstaltungen im Herbst hinaus zur Verfügung stehen sollen, um als Anregung und Grundlage für fruchtbare und weiterführende Gespräche und Gedanken zu dienen.

Von Horst Michalzik

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