Schäden auf Feldern nach Unwetter im Nordkreis noch nicht zu beziffern

Erst Flut, jetzt Beregnung

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Das Unwetter in Hankensbüttel hat einige Felder schwer verwüstet. Ausfälle oder Schäden können aber erst bei der Ernte beziffert werden.

Isenhagener Land. Tagsüber brennt die Sonne vom Himmel, abends grummelt der Donner: Mehrfach wurde das Isenhagener Land in den letzten Wochen von teils schweren Unwettern heimgesucht. Diese haben auch auf den Feldern ihre Spuren hinterlassen.

„Die Unwetter waren an verschiedenen Orten sehr unterschiedlich in der Intensität, daher sind Ernteausfälle nur schwer abzuschätzen“, erklärt Kreislandwirt Werner Warnecke. Definitive Probleme habe es aber auf einigen Kartoffeläckern gegeben. „Die Dämme an den Feldern wurden teils aufgeschwemmt, teils auch einfach weggespült“, weiß Warnecke. Um Auswirkungen auf die Ernte vorherzusagen, sei es aber noch zu früh. Warnecke vermutet aber, dass es aufgrund der aktuellen Unwetter keine extremen Schäden gegeben hat. „Insgesamt war die Regenmenge für den Monat Mai nicht zu hoch“, sagt der Kreislandwirt. Die entstandenen Schäden trügen die betroffenen Landwirte meist selbst, Versicherungen gegen Überflutungen seien ausgesprochen selten. „Gegen Hagelschäden ist aber so ziemlich jeder Betrieb meines Wissens nach versichert“, merkt Warnecke an.

Beim Unwetter am 18. Mai war die Samtgemeinde Hankensbüttel besonders schwer getroffen worden. „Aber auch hier war der Regenfall ganz unterschiedlich“, beschreibt der Hankensbütteler Landwirt Dirk Niebuhr. „Auf einigen Feldern hatten wir schon in den ersten 30 Minuten 45 Millimeter – und dann kamen nochmal 20 Millimeter Wasser drauf! In Richtung Otter-Zentrum ist es dagegen bei 20 Millimetern geblieben.“

Die Wassermassen hatten gerade bei den Kartoffeln Schäden angerichtet. „Die kleinen Kartoffeln waren komplett freigespült worden. Da mussten wir eine ganze Woche anhäufeln, damit wir das wieder hinkriegen“, berichtet Niebuhr. „Jetzt mussten wir wegen der heißen Tage aber auch schon mit der Beregnung anfangen.“ Auch Niebuhr kann bleibende Schäden oder Ausfälle noch nicht absehen – „das sieht man dann bei der Ernte“.

Ganz wild habe es auch auf den Getreidefeldern ausgesehen, „als wäre das niedergewalzt worden“. Der Landwirt atmet auf: „Aber glücklicherweise standen 95 Prozent der Pflanzen nach einer Woche wieder. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Die direkten zu beziffernden Schäden bestünden hauptsächlich in der entstandenen Mehrarbeit. Niebuhr lobte die vorbildliche Organisation seitens der Gemeinde bei dem Unwetter. „Wenn Hinrich Schulze nicht im Bauausschuss mobil gemacht hätte, wäre vielleicht erst am nächsten Tag reagiert worden – und dann hätte es deutlich schlimmer aussehen können.“

Von Dennis Klüting

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