Knesebecker Filiale: Unternehmen verweist auf gefällte Entscheidung zur SB-Umwandlung

DGB ist für Erhalt der Sparkasse

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Die Knesebecker Zweigstelle der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg wird – wie auch der Standort Groß Oesingen – ab November zur SB-Filiale. Für den Erhalt der Knesebecker Filiale macht sich der DGB stark. Bei der Sparkasse verweist man auf den gefällten Beschluss.

Knesebeck. Protest gegen die geplante Schließung der Sparkassen-Filiale in Knesebeck (das IK berichtete): Der DGB-Kreisverband Isenhagener Land hat sich auf seiner Juni-Sitzung mit den Schließungsabsichten kritisch auseinandergesetzt und sich einstimmig für den Standorterhalt ausgesprochen.

Der DGB schließt sich der örtlichen Interessengemeinschaft für den Erhalt der Sparkasse an.

Seitens der Sparkasse wird Anerkennung für das Engagement für den Erhalt ausgedrückt, aber gleichzeitig betont, dass die Entscheidung zur Umwandlung in einen SB-Standort gefallen sei. Filialleiter Otto Winter sei weiterhin mit allen Betroffenen in Knesebeck im Gespräch.

Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Niedrigzins und geändertes Kundenverhalten sollen zum einen Kosten gespart werden, zum anderen setzt das Institut künftig noch stärker auf digitale Kommunikationskanäle, hatte Vorstandsvorsitzender Gerhard Döpkens die Entscheidung erläutert. Auf die Ausweitung dieser Kanäle weist auch Sparkassen-Sprecherin Alexa von der Brelje hin. Für den persönlichen Kontakt sei der Weg nach Wittingen nicht so weit.

Gunter Wachholz, DGB-Kreisverbandsvorsitzender, hält fest: „Eine Sparkasse gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Knesebeck ist ein Ort mit einer guten Dienstleistungs- und Industriestruktur.“ Die Schaffung weiterer zukunftssicherer Arbeitsplätze setze eine stabile Finanzdienstleistungsstruktur vor Ort voraus. „Wie sie die Sparkasse gegenwärtig darstellt.“ Aus Sicht des DGB würde eine Schließung darüber hinaus den ländlichen Raum um Knesebeck schwächen. Für viele Menschen und Betriebe verlängerten sich die Wege und Entscheidungsprozesse. Daher sehen sich die Gewerkschafter an der Seite der Knesebecker Wirtschaft, die sich gleichfalls gegen die Schließungsabsichten ausgesprochen hat.

„Wer es ernst meint mit der Gestaltung des demografischen Wandels, schließt nicht, sondern baut aus“, ergänzt Michael Kleber, DGB-Regionsgeschäftsführer Südostniedersachsen. „Wer vor Ort eine qualitativ hochwertige Finanzberatung anbietet, braucht den Vergleich mit preiswerteren Online-Banken nicht zu scheuen.“

Knesebecks Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt hat in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes gemeinsam mit Groß Oesingens Bürgermeister Jürgen Schulze ein Gespräch mit Döpkens sowie dem Verwaltungsratvorsitzenden, Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel, und dessen Stellvertreter, Wolfsburgs Oberbürgermeister Falko Mohrs, geführt. „Es wurde teils auch sehr emotional und heftig diskutiert“, berichtete Kabrodt. Den Wunsch, dass in den Sparkassen-Filialen doch einmal wöchentlich Beratungen angeboten werden könnten, habe Döpkens aufgenommen, aber zu Umsetzung habe es keinerlei Zusagen gegeben.

Von Paul Gerlach und Dennis Klüting

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