Erfolgreiches Experimentieren

Unterstützer und Sponsoren (v.l.): Karin Single (DRK), Kita-Leiterin Sabine Bernsdorf, Erste Kreisrätin Ingrid Alsleben, Katharina Barrenscheen von der Butting-Akademie, Dr. Susanne Schweizer (Haus der kleinen Forscher, Berlin), Thomas Fast (BraWo-Stiftung der Volksbank), Michael Znamiec (IAV).

Hankensbüttel - Von Holger Boden. Der Innenhof des Hankensbütteler Kindergartens wurde gestern zur Raketen-Abschussrampe. Ein wenig Backpulver, ein wenig Essig, ab damit in eine leere Filmdose, gut schütteln – und ab geht die Post. Natürlich vorher noch ein wenig Bastelei, damit die Dose auch aussieht wie ein echtes Weltraum-Projektil ...

Der druckvolle Versuch, dem eine chemische Reaktion zugrunde liegt, war nur eine von mehreren Vorführungen, bei denen die Kinder und ihre Erzieherinnen demonstrierten, was sie in den letzten Wochen und Monaten beim gemeinsamen Experimentieren erarbeitet haben. Anlass für das kleine „Forscherfest“: die Auszeichnung der Kindertagesstätte Hankensbüttel I als „Haus der kleinen Forscher“.

„Da sitzt unsere Zukunft“, sagte Kita-Leiterin Sabine Bernsdorf mit Blick auf die versammelten 139 Kinder, als sie am Morgen Sponsoren, Projektpartner und Vertreter aus Politik, Verwaltung, DRK und Elternschaft begrüßte. Dass diese Zukunft auch Fremdsprachen nicht abgeneigt ist, bewiesen die Kleinen mit ihrem Lied „Good Morning“.

Doch bei der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ geht es um erste Begegnungen mit den Naturwissenschaften und der Technik – die verbesserte frühkindliche Bildung in diesen Bereichen ist erklärtes Ziel des Bundesbildungsministeriums, das die Initiative unterstützt. Während man so möglicherweise frühzeitig die Fachkräfte der Zukunft für technische Fragen begeistern kann, fördert das Projekt nebenbei auch die Sprach-, Lern- und Sozialkompetenz der Kinder und ihre Motorik.

Im Landkreis Gifhorn kümmert sich ein lokales Netzwerk um die Umsetzung der Initiative. Bernsdorf dankte allen Unterstützern, von der Butting-Akademie als Projektkoordinator über die Erste Kreisrätin Ingrid Alsleben als Schirmherrin bis hin zu den Sponsoren: der Gifhorner IAV GmbH, der BraWo-Stiftung der Volksbank und der Gifhorner Firma Continental Teves. „Es ist wichtig, dass wir schon im Kindesalter Interesse an Forschung wecken“, sagte IAV-Betriebsleiter Michael Znamiec.

Basis des Projektes war die Fortbildung von Erzieherinnen. Silke Schulz und Silvia Smilowski befassten sich mit „Forscherthemen“ und agierten fort an in ihrer Kita als Multiplikatoren. Die ersten spannenden Experimente für einzelne Gruppen gab es schon letztes Jahr. Vom 1. April bis 30. Mai war das Projekt „Kleine Forscher auf Entdeckungsreise“ Schwerpunkt in allen Gruppen der Kita I.

Farben, Natur, Licht und Pflanzen, Elektrizität, Wasser, Luft – das waren die Forschungsbereiche, in denen die Drei- bis Sechsjährigen mit Objekten wie Trichtern, Strohhalmen, Spiegeln, CDs, Knete und Luftballons spannenden Phänomenen auf die Spur kamen. „Durch Experimente mit Alltagsgegenständen erforschen die Kinder ihre direkte Umwelt – und das mit allen Sinnen“, erklärt die Netzwerkkoordinatorin Katharina Barrenscheen von der Butting-Akademie. „In einem Experiment sehen, riechen, tasten, hören und schmecken sie die einzelnen Faktoren und bringen diese Erfahrungen in einen Zusammenhang.“

So probte der kleine Jan-Niklas gestern die statische Aufladung eines Luftballons an seinen eigenen Haaren, während der kleine Nico mit seiner Erzieherin eine Glühlampe mittels einer Batterie zum Leuchten brachte. Draußen, neben der Raketenbasis, machten sich derweil mehrere Kinder daran, durch Saugkraft Wasser in einem Schlauch zum Fließen zu bringen.

Für so viel wissenschaftlichen Ehrgeiz gab‘s dann auch für jeden Forscher ein Eis – und für den Kindergarten hatte Dr. Susanne Schweizer von der Projektzentrale in Berlin die Forscher-Plakette für erfolgreiches Experimentieren im Gepäck. Die muss nun in zwei Jahren verteidigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare