Nicht genug Wunschplätze

Eltern-Kritik an Betreuungs-Engpässen in Wittinger Kita-Landschaft

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Farbspiele in einer Kita: Einigen Wittinger Eltern wird es mit den gekürzten Krippenzeiten zu bunt. 

Wittingen – Die Bescheide zur Vergabe der Kita-Plätze für das Kindergartenjahr 2019/20 will die Stadt Wittingen im Mai verschicken. Dass viele Eltern nicht zufrieden sein werden, zeichnet sich schon jetzt ab.

Und die aktuelle Betreuungssituation in der Krippe St. Stephanus 1, wo am Nachmittag die Kinder nach wie vor früher abgeholt werden müssen, sorgt für zunehmende Kritik seitens der Erziehungsberechtigten.

Einige der Betroffenen meldeten sich am Montagabend im Sozialausschuss erneut zu Wort. „Ich kann meinen Arbeitsvertrag nicht einhalten“, monierte eine Mutter. Wie man die Situation dem Arbeitgeber erklären solle, wollte eine andere wissen. Und deutlich wurde: Die Erklärung „Fachkräftemangel“ aus dem Kita-Ausschuss, der im Februar ausnahmsweise öffentlich tagte, reicht den Eltern nicht mehr – sie fühlen sich allein gelassen. „Wir telefonieren von A nach B nach C“, sagte eine Betroffene. Und eine andere forderte in Richtung Politik und Verwaltung: „Sie müssen das Problem langsam mal angehen.“

Der Kita-Dachverband war in der Sitzung nicht vertreten. So gab es denn auch keine Aufklärung über Sachverhalte, die die Eltern in den Raum stellten: Es gehe doch nur um zwei Stunden Betreuung, es gehe doch nur um eine fehlende Mitarbeiterin. Warum man das nicht ausgleichen könne. Und ob denn nicht, wie man höre, in Ohrdorf die Kapazitäten vorhanden seien, eine Abordnung zu stellen. So etwas, erwiderte Stadtbürgermeister Karl Ridder, müsse man mit dem Betriebsträger abstimmen: „Ich kenne die geschilderte Situation so nicht.“

152 neue Anmeldungen wurden bis Ende Februar über das neue Online-Portal registriert, regelmäßig gehen weitere ein. Enttäuschungen sind vorprogrammiert, denn bei der Platzvergabe muss das Punktesystem aus der Kita-Satzung angewendet werden, weil es – außer in Ohrdorf – nicht genug Wunschplätze gibt. Mehr als 40 Kinder bekommen nicht den gewünschten Platz, den Eltern wird eine Alternative angeboten. Ein Vater sah „diese nicht bedarfsgerechte Unterbringung sehr kritisch“. Zehn Kinder, die das Schulalter erreicht haben, bleiben auf Wunsch der Eltern noch im Kindergarten. Eine Verpflichtung zum Besuch des Schulkindergartens gibt es nicht.

Weil Kindergarten-Plätze fehlen, wird darüber nachgedacht, dass einzelne Kinder über das dritte Lebensjahr hinaus in der Krippe bleiben. Im Krippenbereich geht die Stadt von einer Bedarfsdeckung aus.

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