Arbeitskreis soll Pläne neu aufrollen

Eltern-Erfolg in Knesebecker Bus-Debatte „Sicherheit geht vor“

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Die Haltestelle an der Schule könnte nun doch bleiben: Als „Punktsieg“ werteten die Eltern den Ausgang der Verkehrsausschuss-Sitzung am Dienstag.

Wittingen/Knesebeck/Vorhop – Die Eltern aus Knesebeck und Umgebung dürfen diese Woche als Erfolg verbuchen. Die Idee, die Bushaltestelle an der Grundschule zu streichen, dürfte vom Tisch sein.

Ein Arbeitskreis soll sich nun mit einer neuen Lösung des Knesebecker Haltestellen-Problems beschäftigen, das war das einstimmige Votum des Verkehrsausschusses. Die Petition mit einem 574-fachen Nein zu den Plänen, die der Ortsrat verabschiedet hatte (das IK berichtete), hat sichtlich Eindruck bei der städtischen Politik hinterlassen.

Zunächst hatte sich am Montagabend der Vorhoper Ortsrat das Thema zu eigen gemacht – schließlich sah man dort ja die Kinder des Ortes als Betroffene des Vorhabens, Grundschüler künftig an der Mittelstraße statt bisher an der Kirchstraße ein- und aussteigen zu lassen. „Wir wollen nicht die Beschlüsse aus Knesebeck in Frage stellen, aber es geht um die Sicherheit unserer Kinder“, sagte Ortsbürgermeisterin Christel Schirmer.

Der Ortsrat stimmte, bei Abwesenheit von Getraud Schleeh-Marks, mit 3:1 für die Empfehlung, dass die Grundschüler auch künftig an der Grundschule ein- und aussteigen sollen. Jörg Bialas (SPD) enthielt sich mit Verweis auf die Zwickmühle, dass seine Partei ja in Knesebeck für die Ortsratspläne votiert habe. Er selbst sei der Ansicht, der Schülertransport gehöre „so dicht es geht an die Grundschule“, dafür wolle er sich in seiner Partei einsetzen. Henning Lütkemüller (CDU) stellte sich gegen die Linie des Knesebecker Ortsrates, die dort auch von seiner Partei mitvertreten wurden und wollte ein Vorhoper Votum gegen die Haltestellen-Verlegung mit in den Verkehrsausschuss nehmen: „Wenn der Ort dahintersteht, dann kann ich das dort auch vertreten.“

Der Ausschuss tagte am Dienstagabend im Wittinger Rathaus, viele Eltern betroffener Kinder hatten in den Zuschauerreihen Platz genommen. Dort wollte Hans-Heinrich Koch (SPD), der im Knesebecker Ortsrat für die Haltestellen-Pläne gestimmt hatte, die Sache von der Tagesordnung nehmen lassen. Unterstützung kam von Klaus Palluck (FWG), der sich Kochs Begründung anschloss, Haltestellen-Dinge habe man bisher immer im Wirtschaftsausschuss diskutiert.

Lütkemüller warf dann ein, es sei falsch, die Angelegenheit nun, da so viele Eltern sich auf den Weg gemacht hätten, nicht zu diskutieren. Auch der Ausschussvorsitzende Friedrich Lührs (FWG) wandte sich gegen eine Absetzung des Themas.

Dass an diesem Abend keine verbindliche neue Empfehlung gefasst werden würde, war dann schnell klar, daraufhin zog auch Koch seinen Antrag zurück. Zur Debatte stand ein Antrag der FWG, die bereits im Knesebecker Ortsrat gegen die Pläne gestimmt hatte, wonach an der Grundschule kein Bus mehr halten soll. Die Freien Wähler stellte sich mit dem Papier auch gegen Umsteigeverkehre an der Mittelstraße so etwas gehöre an den Bahnhof.

Zu Gast war VLG-Geschäftsführer Stephan Heidenreich, und der erläuterte, warum die Verkehrsgesellschaft die Lösung an der Mittelstraße als „Kompromiss“ begrüßt, dass sie lieber auf Fahrten durch die Kirchstraße verzichten würde, und dass zentrumsnahe Haltestellen attraktiver für ÖPNV-Kunden seien. Ein Umsteigeknoten am Bahnhof sei aus Fahrplangründen nicht zu realisieren – dafür sei Wahrenholz vorgesehen, weil sich die Züge dort begegnen.

Dr. Thomas Weiland (FWG) entgegnete mit Blick auf die Kirchstraße: „Die Sicherheit der Kinder muss im Vordergrund stehen.“ So positionierte sich auch Stadtbürgermeister Andreas Ritter: „Ich kann die Argumente der VLG nachvollziehen – aber die Argumente der Eltern sind höher zu bewerten.“ Und dass die VLG die Haltestelle an der Schule als „Umweg-Haltestelle“ ansehe, gefalle ihm nicht: „Das ist eine ganz normale Haltestelle.“

VON HOLGER BODEN

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