Stadt Wittingen würde ohne Zuwanderung schrumpfen

Einwohnerzahl verzeichnet kleines Plus durch Flüchtlinge

+
Wittingen und die 24 anderen Ortschaften verzeichnen insgesamt durch Flüchtlingszuzug ein leichtes Einwohnerplus.

Wittingen. Die Stadt Wittingen wächst und schrumpft zugleich. Die Statistik der Verwaltung weist für den 31. Dezember 2015 genau 11 633 Einwohner mit Hauptwohnsitz im Stadtgebiet aus – 14 mehr als vor Jahresfrist.

In dieser Rechnung zählen auch die im Stadtgebiet aufgenommenen Flüchtlinge mit. Das waren zum Jahresende 104, und wie viele von ihnen wie lange hierbleiben, das weiß keiner.

Ohne Flüchtlingskrise wäre die Einwohnerzahl also um 90 geschrumpft. Im Stadtgebiet sind nach Angaben von Stadtbürgermeister Karl Ridder im vergangenen Jahr 91 Neugeborene registriert worden, das sind 2 mehr als im Jahr 2014. Laut Ridder, der die Geburtenzahlen der letzten Jahre analysieren lassen hat, werden in den nächsten Jahren im Stadtgebiet durchschnittlich 85 Kinder pro Jahr schulpflichtig – verteilt auf drei Schulstandorte ist das nicht viel.

Im Kernort Wittingen leben 4663 Menschen (+12), davon 291 Ausländer (+27). Der zweitgrößte Ort, Knesebeck, hatte zum Jahresende 2642 Einwohner (+11), darunter 70 Ausländer (+30). Weniger Menschen gibt es vor allem in Darrigsdorf mit 230 (-17), Boitzenhagen mit 237 (-11) und Schneflingen mit 153 (-10).

Stärkere Zuwächse gab es in Stöcken (268, +19), Radenbeck (559, +9) und Küstorf (74, +8). Insbesondere im Fall von Radenbeck (das mit großem Abstand „dritte Kraft“ im Stadtgebiet bleibt) und Stöcken dürfte das in erster Linie an der Unterbringung von Flüchtlingen in beiden Orten liegen. Gleiches gilt für Wollerstorf, wo ein Zuwachs von 10 Personen verzeichnet wird – mit nun 31 Einwohnern bleibt der Ort dennoch der kleinste im Stadtgebiet, auch wenn Plastau (jetzt 43) noch einmal um 2 Einwohner geschrumpft ist.

Ein bemerkenswerter Rückgang ergibt sich bei den Personen, die einen Nebenwohnsitz in Wittingen haben: Ihre Zahl ist von 991 auf 794 gefallen. Die Einwohnerzahl inklusive Nebenwohnsitze beläuft sich damit auf 12 427 (Ende 2014: 12 610).

3473 Menschen im Stadtgebiet sind älter als 60 Jahre, das sind rund 30 Prozent. 5 Bürger werden dieses Jahr 100 Jahre oder älter, der älteste laut Ridder sogar 102.

Bei einem städtischen Schuldenstand von 2 Millionen Euro sind das pro Kopf 177 Euro. Ridder: „Das ist weit unter Landesdurchschnitt.“ Der lag zuletzt über 1500 Euro pro Einwohner.

Von Holger Boden

Lesen Sie mehr Lokalnachrichten im E-Paper und in der Printausgabe des Isenhagener Kreisblattes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare